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Xlife zügelt von München nach Zürich: Das bedeutet mehr Kontrolle, aber potenziell auch mehr Investoren

Die Schweizer Beteiligungsfirma will ab 11. Februar an der Schweizer Börse gehandelt werden.

Florence Vuichard
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Guten Morgen, Schweizer Börse.

Guten Morgen, Schweizer Börse.

Keystone

Am 11. Februar soll es losgehen: Ab 15.00 Uhr dürften die Wertpapiere von Xlife Sciences an der Börse in Zürich gehandelt werden – und zwar im für KMU reservierten «Sparks»-Segment. Für Xlife ist es ein Neustart, war doch die Schweizer Beteiligungsfirma seit Herbst 2019 an der Börse in München kotiert, im wenig kontrollierten, sogenannten «Freiverkehrssegment».

Ausschlaggebend für den Umzug zur Schweizer Six Swiss Exchange war laut Firmenchef Oliver Baumann vor allem ein Kriterium: Institutionelle Investoren wie etwa Pensionskassen bevorzugen Aktien, welche in einem regulierten Börsensegment gehandelt werden, das heisst Wertpapiere von Firmen, die zum Beispiel mehr Zahlen offenlegen müssen. «Wir möchten die Zahl unserer institutionellen Anleger erhöhen», sagt Baumann. Derzeit beträgt die Marktkapitalisierung des Unternehmens gut 220 Millionen Euro.

Gleichzeitig mit der Kotierung in Zürich erfolgt die Dekotierung in München – nicht weil Baumann das so wollte, sondern weil eine doppelte Notierung nicht mehr möglich ist, seit die EU die Schweizer Börsen nicht mehr als äquivalent anerkennt.

Selbsternanntes Bindeglied zwischen Forschung und Markt

Firmenchef Oliver Baumann.

Firmenchef Oliver Baumann.

zvg/Xlife Sciences

Xlife versteht sich als Brückenbauerin zwischen den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Hochschulen und den Märkten, wie Baumann betont. So erwirbt die Beteiligungsfirma die Rechte auf vielversprechende Innovationen aus den Bereichen Medtech, Biotech oder Künstlicher Intelligenz von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen und begleitet diese zur Marktreife, um sie dann wieder zu verkaufen. «Entscheiden wir uns zu einer Übernahme einer Erfindung, wird dafür in der Regel eine eigene Projektgesellschaft gegründet», ergänzt Baumann.

Insgesamt hält Xlife heute 23 solcher Projektgesellschaften, welche zur Kommerzialisierungsphase geführt werden sollen. Fünf davon stammen aus der Schweiz.

Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Aarau

Das Gros der Projektgesellschaften stammt aus Deutschland, wie auch das Hamburger Unternehmen Fuse-AI, das mittels Künstlicher Intelligenz bessere Resultate zum Beispiel bei der Auswertung von Röntgenbildern erzielen will und das eng mit dem Kantonsspital Aarau zusammenarbeitet.

Dank des Softwareeinsatzes von Fuse-AI könne die Fehlerdiagnose bei der Prostatakrebs-Erkennung massiv gesenkt werden, wie Baumann betont. «Das ist ein erster Meilenstein», sagt der Xlife-Chef, «in Zukunft sollte die selbstlernende Software, welche Zellveränderungen auf den Bildern markiert, auch für andere Krebsarten angewendet werden können.»

Die Beteiligungsfirma Xlife Sciences in Zürich.

Die Beteiligungsfirma Xlife Sciences in Zürich.

Keystone