Bossard schrumpft im ersten Semester und macht weniger Gewinn

Der Schraubenhandels- und Logistikkonzern Bossard hat im ersten Semester 2020 deutlich weniger Umsatz erzielt als in der gleichen Periode des Vorjahres. Nach einem verhaltenen ersten Quartal hat sich die Corona-Krise wie erwartet im zweiten Quartal auf die Verkäufe ausgewirkt.

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Blick ins Lager des Schraubenherstellers Bossard.

Blick ins Lager des Schraubenherstellers Bossard.

Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 19. Februar 2020)

(sda/awp) Der Umsatz fiel im Halbjahr um 11,4 Prozent auf 399,4 Millionen Franken. Dazu haben auch negative Währungseffekte beigetragen. So lag das organische Umsatzminus in Lokalwährungen bei 7,4 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Nachdem das erste Quartal mit einem um Währungseffekte bereinigten Umsatzminus von relativ moderaten 1,8 Prozent zu Buche geschlagen hatte, wurde es im zweiten Quartal richtig düster. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Werkschliessungen führten beim frühzyklischen Unternehmen zu einem Umsatzeinbruch von 13,7 Prozent. Rechnet man den Einfluss durch den starken Franken hinzu, sind es gar -17,5 Prozent.

Umsatzverlust geringer als befürchtet

Bossard hat mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Analysten allerdings übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 394,0 Millionen Franken.

In einem von der Covid-Pandemie geprägten und entsprechend anspruchsvollen Marktumfeld habe man sich gut behauptet, heisst es denn auch zum Ergebnis. Vor allem im zweiten Quartal seien die Folgen des globalen Nachfrage- und Produktionseinbruchs deutlich zu spüren gewesen. Die Lieferfähigkeit sei aber jederzeit gewährleistet gewesen.

Um die operative Leistungsfähigkeit zu erhalten und die Liquidität zu sichern, hatte Bossard bereits im Frühjahr verschiedene Massnahmen eingeleitet. So wurde in der Schweiz Kurzarbeit eingeführt und den davon betroffenen Mitarbeitern der Lohn um maximal 4 Prozent gekürzt.

Dividende halbiert

Um diesen Wert reduzierten sich auch der Verwaltungsrat und das Management die Bezüge. Als Präventivmassnahme wegen der ungewissen Auswirkungen der Corona-Krise wurde zudem die ursprünglich geplante Dividende halbiert.

Regional betrachtet verzeichnete Bossard im wichtigsten Markt Europa im zweiten Quartal einen Umsatzbeinbruch in Lokalwährungen von 15,1 Prozent, in den USA waren es gar 19,5 Prozent. Das Amerikageschäft hatte bereits im zweiten Halbjahr 2019 mit Gegenwind zu kämpfen. Nach einer Verlangsamung der Umsatzerosion im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs, habe sich das zweite Quartal wegen der Pandemie wieder schwieriger gestaltet, heisst es dazu.

In Asien blieben die Verkäufe im zweiten Quartal in Lokalwährungen betrachtet stabil.

Kurzarbeit in Zug wird aufgehoben

Bossard macht auch bereits erste Angaben zum Gewinn. So dürfte der EBIT im ersten Semester auf rund 41 Millionen Franken zu liegen kommen, nach 53 Millionen Franken im Vorjahr, entsprechend einer EBIT-Marge von 10,3 Prozent. Der detaillierte Halbjahresbericht wird am 25. August veröffentlicht.

Beim Ausblick zeigt sich Bossard derweil wenig konkret. Die breitgefächerten Massnahmen zur Bewältigung der Covid-Pandemie zeigten Wirkung, heisst es mit Blick nach vorne. Diese Entwicklung stimme positiv für die Nachfrageentwicklung in der zweiten Jahreshälfte. Erste Anzeichen seien bereits spürbar, so dass die Kurzarbeit am Standort Zug per Anfang August aufgehoben werde.

Wie stark sich eine mögliche Normalisierung in der zweiten Jahreshälfte auf die Geschäftsentwicklung auswirken werde, sei indes noch schwierig abzuschätzen und hänge auch von den staatlichen Massnahmen ab.

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