Brauerei des Corona-Biers kriegt die Auswirkungen des Virus' zu spüren

Das Corona-Bier wird in rund 180 Ländern verkauft und ist damit eine der umsatzstärksten Biermarken der Welt. Nun kriegt AB Inbev, die Brauerei hinter der Marke, den gleichnamigen Virus immer mehr zu spüren.

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Der Bier-Riese AB Inbev stellt das Corona-Bier her.

Der Bier-Riese AB Inbev stellt das Corona-Bier her.

EPA

(pls/watson.ch) Alleine in den ersten zwei Monaten 2020 drückte die Ausbreitung des Virus den Umsatz laut AB Inbev um 170 Millionen US-Dollar. Der Konzern teilte am Donnerstag mit, dass der Gewinn in den ersten drei Monaten um rund zehn Prozent sinken wird – vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Zu spüren bekommt der Konzern den Umsatzeinbruch vor allem in China. Die Chinesen gehen wegen des Virus kaum noch in Bars oder Restaurants, wodurch auch der Bierkonsum in den letzten Wochen drastisch zurückging. Ausserdem habe man mit steigenden Rohstoffkosten zu kämpfen, teilte AB Inbev mit.

Zu Ab Inbev gehören unter anderem auch die Marken Beck's und Budweiser.

Zu Ab Inbev gehören unter anderem auch die Marken Beck's und Budweiser.

AP

Amerikaner meiden Corona-Bier

Auch in den USA scheint man die Biermarke immer mehr zu meiden. In einer nicht repräsentativen Umfrage der PR-Agentur 5WPR gaben 38 Prozent der Befragten an, im Moment kein Corona-Bier zu konsumieren. 14 Prozent gaben dabei an, dass sie normalerweise regelmässig Corona-Bier trinken würden. Die PR-Agentur hat nach eigenen Angaben 737 Leute per Telefon befragt.

Dieser Rückgang könnte unter anderem auf die Unsicherheit der Leute zurückgehen, ob Corona-Bier vielleicht nicht doch den Virus verursache. Obwohl keinerlei Zusammenhang zwischen der Biermarke und dem Sars-CoV2 – so die korrekte Bezeichnung – steigen auf Google die Suchanfragen nach dem Corona Beer Virus an.

Weltweiter Anstieg der Suchanfragen für «Corona Beer Virus» bei Google. Am 30. Januar erreichte die Beliebtheit des Suchbegriffs das Maximum von 100 Prozent.

Weltweiter Anstieg der Suchanfragen für «Corona Beer Virus» bei Google. Am 30. Januar erreichte die Beliebtheit des Suchbegriffs das Maximum von 100 Prozent.

Screenshot Google Trends

Dass die Leute Corona-Bier meiden, hat aber nicht nur mit Unwissenheit zu tun, sondern auch mit negativen Assoziationen. Niemand habe Lust, beim Biertrinken an das Virus erinnert zu werden, so Agenturchef Ronn Torossian. «Oder können Sie sich vorstellen, in eine Bar zu gehen und laut Corona zu bestellen?»

Makabere Scherze und schlechtes Timing

Sicher nicht hilfreich sind die zahlreichen Scherze, die im Internet über die Biermarke kursieren und sie mit dem Virus in Verbindung bringen. Beispielsweise kippt eine Influencerin mit Schutzmaske das Bier in den Abfluss, während ihr Freund sie aufzuhalten versucht. Das Video hat über acht Millionen Aufrufe.

Ebenfalls ungünstig dürfte sich eine Online-Werbekampagne ausgewirkt haben, die zeitlich sehr unglücklich verlief. Auf Twitter postete der Konzern vor ein paar Tagen ein Bild, dass Corona-Flaschen am Strand zeigt, dazu der Text «Coming ashore soon» (dt. Kommt bald an Land). Erst kurz zuvor war in den USA der erste Corona-Patient identifiziert worden. Viele User warfen dem Konzern daraufhin unüberlegtes und unsensibles Handeln vor.

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