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Brezelkönig baut Produktionsstätte in Emmenbrücke aus

Valora baut ihr Geschäft mit Laugenbrezeln laufend aus – weltweit und in der Schweiz. Um der Nachfrage nachzukommen, investiert die Gruppe derzeit 1,7 Millionen Franken in ein neues Tiefkühllager in Emmenbrücke.
Raphael Bühlmann
Die Brezelkönig-Produktion in Emmen läuft auf Hochtouren. (Bild: Manuela Jans-Koch, 8. März 2019)

Die Brezelkönig-Produktion in Emmen läuft auf Hochtouren. (Bild: Manuela Jans-Koch, 8. März 2019)

Nichts weist darauf hin. Das mit Blech verkleidete Gebäude am Dorfrand von Emmen wirkt kalt und erinnert mehr an die industrielle Vergangenheit der Gemeinde als an ein prosperierendes Geschäft im Lebensmittelbereich. Und doch: Hinter der schmucklosen Fassade der einstigen «Drahtzentrale» werden heute jedes Jahr tonnenweise Mehl, Wasser und Hefe verarbeitet. «Wir produzieren hier 11 Millionen Teigrohlinge und beliefern damit unsere Verkaufsstellen in der gesamten Schweiz», sagt Uwe Löwigt.

Löwigt ist Head of Supply Chain beim Brezelkönig, einer Tochter der Muttenzer Valora-Gruppe. Die Gruppe beschäftigt in Emmenbrücke rund 80 Mitarbeiter und produziert derzeit im Zweischichtbetrieb. Dies ist auch nötig. Die Nachfrage nach dem «geschlungenen» Laugenbrot in unterschiedlichsten Variationen ist gerade bei Pendlern hoch im Kurs.

Fünf neue Arbeitsplätze

Mit dem Brezelkönig ist Valora in der Schweiz mittlerweile mit über 60 Verkaufsstellen präsent. Meist an hochfrequentierten Standorten wie Bahnhöfen. «Ein guter, aber preiswerter Kaffee, schnelle Bedienung und natürlich ofenfrische Brezel», erklärt Raphael Lisser, Head of Finance von Food Service Schweiz bei Valora, den Erfolg. Zusammen mit «Caffè Spettacolo» trug das Format im vergangenen Jahr wesentlich zur Umsatzsteigerung und unter dem Strich zum Reingewinn von 59 Millionen Franken bei. Der Nettoumsatz der Valora-Gruppe stieg letztes Jahr um 6 Prozent auf 2,1 Milliarden Franken. Zwar bekundete Valora auf dem Heimmarkt zuletzt Mühe – in der Schweiz ging der Umsatz im Detailhandel 2018 um 1,2 Prozent auf 585,4 Millionen Franken zurück –, doch beim Geschäft mit Brezeln und Gebäck ortet die Valora-Geschäftsleitung weiteres Wachstumspotenzial. In Emmenbrücke entsteht derzeit für 1,7 Millionen Franken ein neues Tiefkühllager. Mit der unter der «Food Service Schweiz» zusammengefassten Geschäftseinheit wolle man sämtliche Food-Service-Verkaufsstellen von Valora mit den dafür geeigneten Produkten von hier aus beliefern. «In Emmenbrücke werden wir vier bis fünf zusätzliche Stellen schaffen», so Lisser. Auch würden von diesem Standort die Qualitätssicherung in den einzelnen Verkaufsstellen sichergestellt, und neue Brezelkreationen entstehen. In der betriebseigenen Küche versuchen Bäcker und Produktentwickler die neuesten Markttrends in die Produktentwicklung einfliessen zu lassen.

In der Schweiz drängt Valora jüngst auch mit «Backwerk» auf den Markt. Die Muttenzer haben die mit rund 350 Standorten mehrheitlich in Deutschland präsente Selbstbedienungsbäckerei im Franchisekonzept im Herbst 2017 für 190 Millionen Euro übernommen. Nach dem ersten Pilotbetrieb in der Schweiz, in Winterthur, sei man nun auf der Suche nach weiteren Standorten – auch in Luzern, sagt Lisser.

Den eigentlichen Einstieg ins Backwarengeschäft gelang Valora aber bereits 2012 mit der Übernahme der deutschen Brezelbäckerei Ditsch. Der Mainzer Familienbetrieb beschäftigte damals 500 Mitarbeiter und generierte ­einen Umsatz von 100 Millionen Euro. Mit dieser Übernahme fand auch der im Jahr 2000 von Zürich nach Deutschland verkaufte Brezelkönig den Weg zurück in die Schweiz. Dessen Gründer, Stephan Bosshard, verkaufte sein Ende der Achtzigerjahre gegründetes Unternehmen zur Jahrtausendwende für einen zweistelligen Millionenbetrag an Peter Ditsch.

2017 kaufte Valora zudem in den USA das auf Laugenproduktion spezialisierte Unternehmen Pretzel Baron. Damit wurde Valora auch international zur Brezelbäckerin. Eine Position, die sie weiter ausbaut. In die von Ditsch übernommenen Produktionswerke in Mainz und Oranienbaum, Deutschland, sowie in Cincinnati, USA, will Valora 2019 kräftig investieren. «Wir rechnen mit gruppenweiten Investitionen von 80 bis 100 Millionen Franken», sagte Finanzchef Tobias Knechtle Ende Februar anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen 2018. Ein Grossteil davon soll in die Kapazitätserweiterung in Deutschland und den USA fliessen. Damit entwickelt sich die in erster Linie als Kiosk-Betreiberin bekannte Valora mehr und mehr in Richtung Lebensmittelanbieterin.

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