UBS
Brisant: UBS gibt 463 Namen preis

Die UBS übergab Infos über 1351 Geldtransfers und 7500 Seiten Kontoauszüge, wie die Zeitung "Sonntag" berichtet. Die Willfährigkeit der UBS geht damit weit über das hinaus, was normalerweise unter Kooperation mit ausländischen Behörden verstanden wird.

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Dies geht aus den am Donnerstag in Florida eingereichten Unterlagen der UBS hervor. Demnach versprach die UBS letzten Sommer, sie würde so weit wie möglich mit den US-Behörden kooperieren. Nachdem sie am 30. Juni 2008 über den so genannten John Doe Summons (Aufforderung zur Herausgabe von Kundendaten) informiert worden war, besprach der von der UBS angeheuerte Rechtsanwalt Ralph M. Levene den Fall mit den Behörden. Ziel: die Herausgabe von möglichst vielen Kundendaten ohne Verletzung des Schweizer Bankgeheimnisses.

Dies gelang dank der Herausgabe von Daten zu den Geld-Transfers zwischen den USA und der Schweiz und die Dokumentation für die Geldwäschereibehörden. Die Idee: Wenn jemand Geld von den USA auf ein Schweizer Konto mit gleichem Namen überweist, dann muss er die Kontonummer angeben. Bei 6000 Zahlungsanweisungen wurde herausgefiltert, ob beim Empfänger oder Absender jemand dabei war, der das Formular W 9 (Steuerformular) nicht ausgefüllt hatte.

Die Namen wurden der amerikanischen Regierung am 5. November 2008, am 29. Januar und am 7. April 2009 geliefert. Darüber hinaus übergab die UBS am 22. Dezember, am 24. Februar und am 7. April die US-Kontoauszüge der betroffenen Kunden. Davon betroffen sind 463 Konten. Dies alles zusätzlich zu den 255 Namen, welche die Finma aus der Schweiz lieferte.