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BROWSER: Das Fenster zum Internet

An ihnen kommt keiner vorbei, der im Internet surfen will. Doch die Unterschiede sind gross. Wir sagen Ihnen, worauf es bei der Wahl des Browsers ankommt.
Andreas Lorenz-Meyer
Das Browserangebot ist gross. (Symbolbild Neue LZ)

Das Browserangebot ist gross. (Symbolbild Neue LZ)

«To browse» bedeutet so viel wie stöbern oder sich umsehen. Ein zutreffender Name, denn Browser sind genau dafür da. Mit diesen speziellen Programmen lassen sich Seiten im World Wide Web darstellen. Sie dienen sozusagen als Fenster zum Internet. Meist ist auf Rechnern ein bestimmter Browser vorinstalliert. Den muss man aber nicht nutzen. Im Netz herrscht Browser-Wahlfreiheit.

Funktionen

Die bekanntesten Browser sind MicrosoftsInternet Explorer, Googles Chrome, Apples Safariund Mozillas Firefox. Sie bieten viele Zusatzfunktionen. Beim Firefox etwa lassen sich PDF-Seiten direkt im Browser betrachten, man muss nicht erst ein Extraprogramm öffnen. Zudem gibt es reichlich Add-ons. Mit diesen Programmen kann der Browser um bestimmte Funktionen erweitert werden. Ein Firefox-Add-on ermöglicht es, Youtube-Videos herunterzuladen.

Chrome verfügt über eine Kindersicherung. Bei «betreute Nutzer» kann man festlegen, wer welche Seiten aufrufen darf und welche nicht. Jeder muss für sich entscheiden, ob er solche Kontrollen braucht. Safari hat die iCloud-Synchronisation zu bieten. Mit ihr werden unterwegs auf dem iPhone angelegte Lesezeichen automatisch auch auf dem Mac abgespeichert. Umgekehrt funktioniert die Synchronisation auch. Safari lässt, wie die anderen Browser auch, das Arbeiten mit Tabs zu. Tabs sind so etwas wie Registerkarten, gut zu gebrauchen, um mehrere Internetseiten in einem Fenster zu öffnen. So kann man problemlos von einer Seite zur anderen springen.

Der Neue

Der Internet Explorer ist der dienstältester Browser. Er begleitete Generationen von PC-Nutzern, nicht ohne hier und da zu nerven. Jetzt wird der Methusalem abgelöst. Spartan heisst der Neue von Microsoft und soll ein Allrounder sein, für alle Geräte geeignet. Der Name deutet schon an, worum es geht. Die Oberfläche ist aufs Wesentliche reduziert, eben spartanisch, sodass Seiten mehr Platz auf dem Bildschirm bekommen. Im Lesemodus blenden Nutzer alle Elemente aus, die sonst um einen Beitrag herum auftauchen, ob Werbeanzeigen oder Twitter-Verlinkungen. Texte und Bilder kann man bei Spartan mit Notizen versehen. Diese lassen sich speichern oder über soziale Netzwerke verbreiten.

Geschwindigkeit

Schnell muss ein Browser sein, schliesslich nervt das Surfen auf Seiten, die sich nur langsam aufbauen. Es gibt verschiedene Geschwindigkeitstests, welche vor allem die Java-Script-Leistung des Browsers überprüfen. Diese Programmiersprache ist auf vielen Seiten eingebunden und bestimmt neben anderen Faktoren die Geschwindigkeit.

Laut Peacekeeper scheint Firefox am besten mit Java klarzukommen. Der Browser bekommt bei diesem Test die meisten Punkte. Der Internet Explorer ist mit Abstand der langsamste. Jedoch kommen andere Tester zu anderen Ergebnissen. Bei JS Bench steht Safari an der Spitze, dicht gefolgt von Chrome. Deutlich abgeschlagen ist Firefox. Welcher Browser ist also der schnellste? Markus Limacher, Senior Security Consultant von InfoGuard, einem Schweizer Unternehmen für Informationssicherheit, schätzt die Tests so ein: «Solche Tests sind Momentaufnehmen und nur bedingt aussagekräftig. Unseres Erachtens sind die aktuellen Versionen der bekannten Browser über alle Einsatzgebiete hinweg ungefähr gleich schnell.»

Sicherheit

Die Internetnutzung über den Browser ist leider auch ein Einfallstor für Viren. Sogar ein ziemlich grosses, sofern der Browser nicht ausreichend geschützt ist. Darum nehmen die Anbieter mehr oder weniger regelmässig Aktualisierungen vor. Bei den Neuversionen sind bestenfalls die bekannten Sicherheitslücken gestopft worden. Der Nutzer sollte das Update sofort auf den Rechner laden, sobald es veröffentlicht ist, denn ältere Versionen bieten weniger Schutz gegen Virenangriffe.

Die Aktualisierung ist aber nur ein Sicherheitsfaktor von vielen, erklärt Limacher. Nutzer sollten auch Malware-Scanner und Web-Filter-Funktionen installiert haben. Gefährlich kann es sein, alle möglichen Zusatzmodule zu installieren, fügt der Sicherheitsexperte hinzu. Er meint Add-ons und Plug-ins, die Erweiterungsprogramme. Da sei Vorsicht geboten, gerade bei den Nutzungsbestimmungen. Die regeln unter anderem, welche Daten für welche Zwecke gesammelt oder weitergegeben werden dürfen. Limacher: «Dem wird häufig bedenkenlos zugestimmt. Und selbst wenn man die Nutzungsbestimmungen bei Erstinstallation gelesen hat, ist man nicht auf der sicheren Seite. Der Hersteller behält sich oft vor, Änderungen an den Bestimmungen anzubringen. Diese werden dann – wenn überhaupt – nur über die jeweilige Website publiziert.»

Datenschutz

Über Browser kommen nicht nur Viren herein, es gehen auch persönliche Daten hinaus. Jeder hinterlässt digitale Spuren: unter anderem die Seiten, die man besucht und wie lange man auf ihnen verweilt. Limacher: «Der Browser selbst ist eine Informationsquelle. Auf diese Quelle greifen nicht nur die Hersteller, sondern auch Dritte zu. Viele der Funktionen, die wir alle aus Komfortgründen schätzen, fördern die Möglichkeit der Informationssammlung.»

Zu den kleinen «Helferlein» zählen: automatische Vervollständigung von Eingaben, interaktive Browserbedienung, Spracherkennung, Formularausfüllung, Browser Cookies, Suchempfehlungen und so weiter. Wer auf ihre Dienste verzichten will, sollte zum Beispiel bei Chrome die Datenschutz-Voreinstellungen überprüfen. Bei «Rechtschreibfehler korrigieren», «Vervollständigung von Suchanfragen und URLs» oder «Nutzungsstatistiken automatisch an Google senden» muss das Häkchen weg. Ansonsten gehen unaufhörlich Daten an Google.

Der Unbekannte

Weniger populäre Browser haben einen grossen Vorteil: Sie werden seltener angegriffen. Und dann gibt es noch solche, die den Datenschutz schon implantiert haben. Epic gehört dazu. Sämtliche Trackingversuche werden blockiert, lautet das Versprechen. Epic gibt Einblicke in die Prozesse, die während des Surfens im Hintergrund ablaufen. Öffnet man eine beliebige Seite, erscheint rechts unten auf dem Bildschirm für kurze Zeit ein kleines Fenster. In dem sind alle Dienstleister aufgelistet, meist solche aus dem Werbebereich, die auf den PC zugreifen wollten. Was ihnen Epic aber nicht gestattet hat. Zudem ist bei diesem Browser die Suchhistorie, also die Liste aller zuvor besuchten Seiten, nicht aufrufbar. Eine Adresse muss man bei erneutem Besuch der Seite also neu eingeben. Limacher meint zu Datenschutz-Browsern wie Epic: «Diese Form der Nutzung bietet einen höheren Schutz der Privatsphäre, hat aber einen negativen Einfluss auf den Komfort.»

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