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Bundesrat will Umtauschfrist für alte Banknoten aufheben

Alte Banknoten sollen künftig unbefristet eingetauscht werden können. Das schlägt der Bundesrat dem Parlament vor. Heute verlieren Banknoten 20 Jahre nach dem Rückruf einer Serie ihren Wert.

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Wer alte Banknoten besitzt, soll diese zeitlich unbeschränkt umtauschen können. Das schlägt der Bundesrat vor. Heute gilt eine Frist von 20 Jahren. (Archivbild)

Wer alte Banknoten besitzt, soll diese zeitlich unbeschränkt umtauschen können. Das schlägt der Bundesrat vor. Heute gilt eine Frist von 20 Jahren. (Archivbild)

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Innerhalb dieser Frist können sie zwar nicht mehr als Zahlungsmittel verwendet, aber bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) umgetauscht werden. Als die Umtauschfrist 1921 eingeführt wurde, ging man davon aus, dass nicht zurückgegebene Banknoten verloren oder kaputt gegangen waren.

Nach Ansicht des Bundesrats ist das nicht mehr zeitgemäss. Die Lebenserwartung sei gestiegen, die Mobilität der Bevölkerung habe zugenommen, schreibt er in einer Mitteilung vom Mittwoch. Zudem soll die Aufhebung der Umtauschfrist verhindern, dass jemand plötzlich wertlos gewordene Banknoten besitzt.

Daher sollen Schweizer Banknoten ab der 6. Serie unbegrenzt umgetauscht werden können. Diese wurde ab 1976 in Umlauf gebracht. Die 100-Franken-Note ziert ein Porträt des Architekten Francesco Borromini. Von der Serie sind noch Noten im Wert von über 1 Milliarde Franken im Umlauf. Die Umtauschfrist läuft im Mai 2020 aus.

Die 100er-Note von 1907 bis heute:

1907 (Quelle: SNB)
8 Bilder
526 Kilo Kartoffeln oder 44 Kilo Gruyère oder 47 Kilo Schokolade: So viel konnte sich ein Schweizer Haushalt im Jahr 1914 für eine Hunderternote kaufen. (Quelle: SNB)
Die Noten von 1918 mit dem Jungfraumassiv als Sujet. (Quelle: SNB)
Die vierte Serie (1938) von Hans Erni und Viktor Surbeck wurden nie ausgegeben. (Quelle: SNB)
Der «Heilige Martin» auf der 100er-Note von 1956. (Quelle: SNB)
Der Architekt Francesco Borromini zierte die Note ab 1976. (Quelle: SNB)
Die Reserveserie von 1984 war nie im Umlauf. (Quelle: SNB)
Die 100er-Note von 1907 bis heute

1907 (Quelle: SNB)

Die vom Bundesrat vorgeschlagene Änderung des Bundesgesetzes über die Währung und Zahlungsmittel (WZG) ist in der Vernehmlassung mehrheitlich positiv aufgenommen worden. Die Befürchtung, dass der Fondssuisse nicht mehr ausreichend finanziert wird, hält er für unbegründet.

Dieser könne künftige Aktivitäten aus seinen Kapitalerträgen decken, heisst es in der Mitteilung. Der Fonds, der ungedeckte Elementarschäden bei Naturkatastrophen deckt, profitiert heute vom Erlös der nicht umgetauschten Banknoten.

Auch die Bedenken, dass die Aufhebung der Umtauschfrist das Kriminalitätsrisiko erhöhe, teilt der Bundesrat nicht. Die Regelung, dass die Noten sechs Monate nach dem Rückruf nicht mehr als Zahlungsmittel gälten, bleibe bestehen. Danach müssten die Noten an einem Schalter der SNB umgetauscht werden, die deren Echtheit und Herkunft prüfe.

In der Botschaft erinnert der Bundesrat auch daran, dass Banknoten der international bedeutsamen und weltweit gehandelten Währungen zeitlich unbeschränkt umgetauscht werden können. Das gilt insbesondere für den Euro, den US-Dollar und das britische Pfund.

Die 1000er-Note von 1907 bis heute:

1907 kam diese 1000er-Note in Umlauf, 1925 wurde sie zurückgerufen.
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Im Jahr 1914 bekam man für 1000 Franken über fünf Tonnen Kartoffeln plus einer halben Tonne Käse und Schokolade.
1938 im typischen violettblau - doch diese Note wurde nie veröffentlicht.
Pierre Gauchat entwarf diese Note im Jahr 1957.
1978 wurde diese Note in den Umlauf gebracht. Sie verliert ihren Wert erst 2020.
Die Reservenote aus dem Jahr 1984.
1995: Abgedruckt wurde Jacob Burckhardt (1818 – 1897 Kultur- und Kunsthistoriker)
2019: Die neuste 1000er-Note der neunten Banknotenserie.

1907 kam diese 1000er-Note in Umlauf, 1925 wurde sie zurückgerufen.

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Die 50er-Note von 1907 bis heute:

1907: Die Helvetia links auf der Note.
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1911, in Waterlow, London gedruckt. Links eine Frau im Medaillon.
1938 wechselte die Frau ihre Position an den rechten Notenrand.
1957: Die 50 prangt prominent in der Mitte der Note.
Konrad Gessner (1516 – 1565 Universalgelehrter), schmückte die Note ab 1978.
Die Reservenote 1984.
Sophie Taeuber-Arp (1889–1943, Malerin, Kunstgewerblerin, Plastikerin) wurde ab 1995 auf die Note gedruckt.
"Notenthema: Erlebnis" schreibt die SNB zu dem neuen Entwurf, der seit April 2016 im Umlauf ist.

1907: Die Helvetia links auf der Note.

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Die 20er-Note von 1914 bis heute:

Herzig: Das "Vreneli" im Medaillon schmückte die 20er Note im Jahr 1914.
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1930: In der nächsten Serie wurde das "Vreneli" mit Johann Heinrich Pestalozzi ersetzt.
Im Jahr 1956 wurde General Dufour abgedruckt.
1979 der Geologe Horace-Bénédict de Saussure (1740 – 1799)
1984 die Reservenote.
1996 schmückte Komponist Arthur Honegger (1892 – 1955) die neue, pinke Note.
2017: Manuela Pfunder gestaltete die neue Note, die das Hauptelement "Licht" als ihr eigen nennt.

Herzig: Das "Vreneli" im Medaillon schmückte die 20er Note im Jahr 1914.

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Die 10er-Note von 1911 bis heute:

1911: „Neuenburgerin“ im Medaillon links. Diese Note wurden in Waterlow, London gedruckt.
6 Bilder
1956: Diese Note zeigt Gottfried Keller.
1976: Leonhard Euler, Mathematiker, zierte die Note.
Die Reservenote aus dem Jahr 1984.
1995 löste Le Corbusier (1887 – 1965 Architekt, Urbanist, Maler, Theoretiker) Euler ab.
Die neue 10er-Note.

1911: „Neuenburgerin“ im Medaillon links. Diese Note wurden in Waterlow, London gedruckt.

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