Busbahnhof
Busbahnhof nimmt Konturen an

An der Generalversammlung des Busbetriebs Grenchen und Umgebung (BGU) informierte der Grenchner Stadtbaumeister Claude Barbey zum Stand der Planung beim Busterminal Südbahnhof. BGU-Verwaltungsratspräsident Peter Vogt erklärte, wie die Firma dem Anschluss an die Problempensionskasse Ascoop entgangen ist.

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Umbau

Umbau

Solothurner Zeitung

Daniela Deck

Stadtbaumeister Claude Barbey hatte ein grosses Publikum für seine Ausführungen zum Busbahnhof. Gut 70 Prozent der BGU-Aktionärsstimmen waren im Bettlacher «St. Urs & Viktor» vertreten. Zwischen der Freiestrasse und dem Südbahnhof wird sich nächstes Jahr in Grenchen eine Menge ändern. Stadt, SBB und Migros arbeiten Hand in Hand.
Die wichtigsten Neuerungen: Die Bushaltestelle wird nach Osten verschoben, der Güterschuppen abgerissen und die Rangiergleise verkürzt. Vor dem Kunsthaus sei es zu eng, erklärte Barbey. An einem Perron analog zum Postplatz werden in beiden Fahrtrichtungen vier Busse hintereinander Platz haben. Die Autos werden vom Vorplatz des Bahnhofs verbannt. Lediglich der Taxi-Standplatz und die Behindertenparkplätze sollen bestehen bleiben.

Verwendung für Problemgrundstück

Für den privaten Zubringerdienst will die Stadt das schmale Grundstück einsetzen, das sie zwischen Migros und Kunsthaus besitzt. «In einer Schleife können die Autos von der Freiestrasse aus in dieses ‹Kiss and Ride› hineinfahren. An der Stirnseite sind sie dann genau gegenüber dem Bahnhof», erläuterte Barbey.

Realisiert wird der Busbahnhof vom Solothurner Architekturbüro SSM. Dieses habe sich im Wettbewerb gegen drei Mitbewerber durchgesetzt, so der Stadtbaumeister. Gegenwärtig arbeiten die Planer an der Zusammenstellung der Kosten. «Unser Ziel ist es, das Projekt im August oder September in die Behörde zu bringen. Und dann braucht es wohl eine Urnenabstimmung.» Barbey hofft, dass der Umbau nächstes Jahr im Sommer beginnen kann.

Am Rand vom Sanierungsfall betroffen

Bei der Verhandlung der Geschäfte sprach BGU-Verwaltungsratspräsident Peter Vogt ein Thema an, das gegenwärtig in aller Munde ist: die Sanierung der Pensionskasse Ascoop. Diese hat Dutzende Transportfirmen in Schwierigkeiten gebracht. Glücklicherweise gehört der BGU nicht dazu. Vogt: «Seit 1985 sind wir bei Swiss Life versichert.» Anfang der 90er-Jahre habe es eine Tendenz zur Ascoop gegeben.

«Aber ich sagte, das machen wir nicht, das ist eine rote Gesellschaft. Ich bin froh, dass ich so stur war. Das wurde damals nicht von allen verstanden.» Ganz ungeschoren kommt der BGU aber vielleicht doch nicht davon. Denn die Mitarbeiter, die er vom Autobusbetrieb Biel-Meinisberg übernommen hat (fünf Aktive und vier Pensionierte), sind der Ascoop angeschlossen. Deshalb sei eine Rückstellung von gut 87 000 Franken gemacht worden, sagte Vogt.

BGU zieht Biel-Meinisberg weiter

Noch ist der Streit um die Linie Biel-Meinisberg zwischen der aare seeland mobil (asm) und dem BGU nicht gelöst. Gewinnt die asm, muss sie die Pensionskassenaltlast übernehmen. Dabei ist sie selbst nicht bei der Ascoop versichert. Direkt nach der Generalversammlung entschied der Verwaltungsrat des BGU, den Linienstreit ans Bundesverwaltungsgericht weiterzuziehen. Das erklärte Peter Vogt auf Anfrage.

«Wir sind nach wie vor der Meinung, dass diese Linie uns zusteht.» Ob sie dem BGU auch dann ein weiteres Jahr erhalten bleibt, wenn er den Rechtstreit verliert, ist noch unklar. «Das hängt davon ab, ob das Gericht dem Fall die aufschiebende Wirkung entzieht», sagt Vogt.

Die Aktionäre hiessen alle Geschäfte einstimmig gut. Sie genehmigten die Jahresrechnung mit dem Bilanzfehlbetrag von 26 580 Franken. Für Stefan Ruchti, Bettlach, wählten sie den Grenchner Vizestadtpräsidenten Hubert Bläsi als Kantonsvertreter in den Verwaltungsrat. «Es gibt keine Ansprüche auf einen Verwaltungsratssitz», betonte Vogt. «Aber es ist Usus, dass der Kanton einen Vertreter stellt.»