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BUTTISHOLZ: Aquafarm verzögert sich weiter

Der Bau der grössten Fischzuchtanlage der Schweiz ist weiter fraglich. Die Baugenehmigung muss erneut verlängert werden. Unklar ist auch, wer das Projekt eigentlich finan­zieren soll.
Bernard Marks
Fischzucht auf dem Land könnte in Zukunft in der Schweiz an Bedeutung gewinnen. (Bild: (Symbolbild) Keystone/Jean-Christophe Bott)

Fischzucht auf dem Land könnte in Zukunft in der Schweiz an Bedeutung gewinnen. (Bild: (Symbolbild) Keystone/Jean-Christophe Bott)

Etwas grossspurig haben die Inhaber der Ocean Swiss Alpine Seafood AG bereits im Frühjahr 2013 den Start ihres 32-Millionen-Franken-Projekts angekündigt. Doch bisher ist auf dem Bauland, das die Gemeinde Buttisholz im Baurecht abgetreten hatte, noch immer kein Spatenstich erfolgt. Im Gegenteil: Der Baustart für die grösste Fischfarm der Schweiz rückt sogar in weite Ferne.

Fische und Garnelen vom Land

Geplant ist in Buttisholz eine Grossproduktion für 1400 Tonnen Fisch pro Jahr – eine Menge, die grösser ist, als die gesamte inländische Fischzucht derzeit hergibt. Fische und Garnelen sollen, so der Plan, in einer der modernsten Indoor-Kreislaufanlagen Europas gemästet werden. Auf 21 000 Quadratmetern Fläche sollen sechs Becken von je 900 Quadratmetern Oberfläche und zwei Metern Tiefe dafür entstehen.

Doch die Inhaber und Entwickler der Anlage, Dirk van Vliet und Peter Zeller, haben sich die technische Umsetzung des Projekts wohl etwas einfacher vorgestellt. Zwar bekundeten Migros und Coop bereits ihr Interesse an dem inländischen Fisch. Doch von internen Stellen bei Coop äusserte man sich skeptisch. Die Ansprüche an die Qualität des Zuchtfischs und an den Tier -und Umweltschutz seien in der Schweiz hoch. Hier könnten schon kleinste Abweichungen in der Buttisholzer Zucht die Abnahme des Fischs gefährden. Hinzu kommt, dass aktuell immer noch die Finanzierung des Grossprojekts alles andere als klar ist. Letzteres ist wohl auch der Hauptgrund dafür, dass sich der Baustart des ambitionierten Projekts Aquafarm immer weiter verzögert. Auch in diesem Jahr werden wohl keine Bagger in Buttisholz auffahren. Denn die Baugenehmigung für die Fischfarm auf dem Land, die am 21. März ausläuft, soll um ein weiteres Jahr verlängert werden. «Ein entsprechendes Gesuch ist von der Ocean Swiss Alpine Seafood AG per E-Mail am Wochenende bei uns eingetroffen», bestätigt der Präsident der Gemeinde Buttisholz Franz Zemp auf Anfrage. Auch schriftlich liegt das Gesuch vor. Jetzt müsse der Gemeinderat das Gesuch lediglich bewilligen. Dies dürfte eine reine Formsache sein. «Wir haben ein grosses Interesse daran, dass diese Fischfarm gebaut wird», sagte Zemp. Immerhin ist die Gemeinde mit den Erschliessungskosten für das Bauland bereits im Jahr 2012 in Vorleistung gegangen. Zemp spricht hier von einem sechsstelligen Betrag. Auch in der Bevölkerung sei die Akzeptanz für das Projekt gross. Es gab zum Bauvorhaben keine Einsprachen.

Technische Entwicklung abwarten

«Wir wollen das Risiko so weit wie möglich reduzieren», sagte dazu Ocean-Swiss-Verwaltungsrat Peter Zeller. Zunächst sollen die Resultate in der Referenzanlage im deutschen Völklingen abgewartet werden. «Die Aquafarm ist voller Hightech und soll kein Experiment werden», so Zeller weiter. Weil die technische Entwicklung in diesem Bereich sehr schnell voranschreitet, wollen die Entwickler so viele Erkenntnisse aus der Anlage in Völklingen mitnehmen wie möglich. «Wir haben keinen Zeitdruck», sagte Zeller. Das sei keine Schwäche, sondern eine Stärke. Am Ende sei die Qualität des Produkts entscheidend. Die Ocean Swiss AG hält an dieser Anlage indes eine Beteiligung von 25 Prozent.

Zeller bestätigt allerdings, dass die Finanzierung der Schweizer Aquafarm bisher noch nicht geklärt sei. «Es gibt ausreichend Gründe, warum Investoren an einem so gut vorbereiteten Projekt interessiert sein sollten», sagte Zeller zuversichtlich. Jeder Investor möchte aber zunächst verstehen, wie die Technik funktioniert. Zeller bestätigt des weiteren, dass internationale Investoren auf die Aquafarm in Buttisholz aufmerksam geworden sind.

«Wir hoffen unsererseits, dass die Erkenntnisse für Aquafarm schnell eintreffen und dass der Bau auch bald beginnt», sagt Gemeindepräsident Zemp. Die Chancen auf einen Erfolg steigen seiner Ansicht nach, wenn die Anlage rentabel geführt werden kann.

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