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CAILLER: Die älteste Schoggi der Schweiz putzt sich raus

Zum 200-Jahr-Jubiläum frischt Nestlé ihre Schoggimarke auf. Neben einer Überarbeitung des Rezepts der Milchschokolade gibt es auch eine neue Etikette. Dabei hat man aus den Erfahrungen bei einem der grössten Flops in der Firmengeschichte gelernt.
Ernst Meier/sda
Ab Juli gibt es Cailler-Schokolade in einer neuen Verpackung (unten). Oben: das Original von 1920. (Bild: Archives Historiques Nestlé, Vevey/PD)

Ab Juli gibt es Cailler-Schokolade in einer neuen Verpackung (unten). Oben: das Original von 1920. (Bild: Archives Historiques Nestlé, Vevey/PD)

Ernst Meier/SDA

1819 hat François-Louis Cailler in Corsier bei Vevey seine Schokoladenmanufaktur eröffnet. Cailler, die heute zum Nestlé-Konzern gehört, ist die älteste Schoggimarke der Schweiz. Dem Pionier folgten zahlreiche weitere Schoggifirmen. Unter anderem 1826 Suchard (Milka) in Neuchâtel, 1826 Favarger in Genf, 1845 Sprüngli (heute Lindt & Sprüngli) in Zürich oder 1852 Maestrani in St. Gallen (heute Flawil). Hinsichtlich des 200-Jahr-Jubiläums von Cailler erhält die Milchschokolade nun eine Verjüngungskur: Rezept, Rohstoffe und Verpackung werden angepasst. Zwei Jahre habe man sich damit befasst, sagt Alessandro Rigoni, bei Nestlé für die Schokolade verantwortlich: «Die Neulancierung einer so alten Marke wie Cailler ist immer ein Risiko.» Um dieses zu minimieren, habe Nestlé die Wünsche der Konsumenten genau abgeklärt.

Dabei spricht man beim Lebensmittelkonzern aus eigener schmerzhafter Erfahrung. Im Februar 2006 hatte Nestlé seine Cailler-Schokolade in einer neuen Verpackung in den Verkauf gebracht. Statt Papier und Alu umgab die Schoggi neu Plastik. Für das Design der Verpackung war Stararchitekt Jean Nouvel beauftragt. Verantwortlich für die Neulancierung war Nelly Wenger, Chefin Nestlé Schweiz. Sie erhöhte zeitgleich den Verkaufspreis, was den Grossverteilern gar nicht gefiel. Denner nahm die Cailler-Tafeln sogar aus dem Sortiment.

Vollends zum Debakel wurde die Neulancierung, weil Konsumentenorganisationen und Umweltverbände wegen der PET-­Verpackung Sturm liefen. Die Verkäufe gingen innert Kürze massiv zurück, worauf der damalige Nestlé-Chef Peter Brabeck die Reissleine zog. Cailler kehrte zur traditionellen Verpackung zurück.

Nachhaltigkeit verbessert: IP-Zertifizierung

Für die gestern im Maison Cailler in Broc FR den Medien vorgestellte Neulancierung der Milchschokolade habe man unzählige Publikumstests durchgeführt, verriet Rigoni. Mit dem Resultat, dass die neue Cailler-Milchschokolade weniger Zucker enthält. «Wir haben ein Schokoladenrezept entwickelt, bei dem der Geschmack der Milch und des Kakaos stärker zum Tragen kommt.» Verbessert wurde auch die Nachhaltigkeit des Produkts. Cailler ist dafür eine Partnerschaft mit dem Nachhaltigkeitslabel IP-Suisse eingegangen. So muss künftig sämt­liche verarbeitete Milch nach IP-Richtlinien produziert werden. Beim Kakao setzt Cailler auf das Label UTZ. Die Schokolade enthält kein Palmöl. Nestlé hat sich dem Verjüngungsprojekt der Milchschokolade angenommen, weil sie mit einem Anteil von 60 Prozent aller verkaufter Schokolade in der Schweiz die beliebteste ist. Das neue Rezept, die IP-Milch und die neugestaltete Verpackung seien aber nicht nur ein Jubiläumsprojekt, verspricht Rigoni. Die Anpassungen sollen auch helfen, den Absatz von Cailler-Schokolade wieder anzukurbeln. Nestlé gibt zwar keine Absatzzahlen zu Cailler bekannt. Doch beim Konzern räumt man ein, dass Cailler unter dem starken Franken leide. Dieser hat für die Schokoladenmarke gleich zwei negative Effekte. So hat der Frankenschock den Einkaufstourismus angekurbelt, gleichzeitig verlor die Schweiz für Touristen an Attraktivität.

Cailler setzt verstärkt auf Onlinevertrieb

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt Cailler verstärkt auf das Internet. Damit hofft Nestlé, auch in neue Märkte wie China oder die arabischen Staaten vorstossen zu können. «Wir haben in unserem Maison Cailler sehr viele Besucher aus diesen Regionen, die, zurück zu Hause, unsere Produkte übers Internet bestellen», sagt Rigoni.

Um diese Nachfrage zu decken, ist Cailler mit dem Onlinehändler Amazon eine Partnerschaft eingegangen. Rigoni geht davon aus, dass künftig ein beachtlicher Teil der Nahrungs­mittel online gekauft wird. «Für Amerikaner und Chinesen ist es bereits völlig normal, die täglichen Einkäufe über das Internet zu tätigen», sagt er.

Die neue Verpackung am Juli 2017. (Bild: pd)

Die neue Verpackung am Juli 2017. (Bild: pd)

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