Calida-CEO Reiner Pichler tritt zurück

Der Surseer Wäschehersteller sucht einen neuen CEO. Der aktuelle Chef Reiner Pichler hat seinen Rücktritt angekündigt, bleibt aber noch im Amt, bis die Nachfolge geregelt ist.

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(jwe/mim) Reiner Pichler tritt von seiner Funktion als Group CEO von Calida zurück. In der Medienmitteilung des Unternehmens mit Sitz in Sursee wird die Entscheidung von Pichler wie folgt begründet: «Er wird sich neuen Aufgaben stellen, die ihm mehr Flexibilität in der Arbeitsgestaltung ermöglichen und keine hundertprozentige Präsenz mehr erfordern.» Wie aus seinem Umfeld zu hören ist, will sich der 58-Jährige künftig vermehrt auf Verwaltungsratsmandate konzentrieren.

Reiner Pichler ist nur noch Calida-CEO, bis das Unternehmen einen Nachfolger gefunden hat.

Reiner Pichler ist nur noch Calida-CEO, bis das Unternehmen einen Nachfolger gefunden hat.

Bild: Manuela Jans-Koch (Sursee, November 2018)

Die Suche nach einem Nachfolger habe bereits begonnen. Reiner Pichler werde sein Amt noch so lange weiterführen, bis ein geeigneter Nachfolger verpflichtet sei. Der gebürtige Münchner hatte das Amt am 1. April 2016 von Felix Sulzberger übernommen.

«Wir bedauern den Entschluss von Reiner Pichler ausserordentlich», lässt sich Verwaltungsratspräsident Hans-Kristian Hoejsgaard in der Mitteilung zitieren. «Er hat in den letzten viereinhalb Jahren die Gruppe sehr erfolgreich geführt. Mit kontinuierlichem Wachstum, der Forcierung der Digitalisierung und insbesondere des E-Commerce-Geschäftes sowie der Fokussierung der Gruppe mit dem Verkauf der Marken Eider und Oxbow hat Reiner Pichler einen wertvollen Beitrag zur Zukunftssicherung der Calida Group geleistet», so Hoejsgaard.

Pichler hat in den vergangenen Jahren den Online-Vertriebskanal des Wäscheherstellers ausgebaut sowie zuletzt Marken abgestossen, die nicht mehr ins Portfolio passten. Im ersten Halbjahr resultierte gruppenweit im Onlinegeschäft ein Wachstum von fast 60 Prozent und der Umsatzanteil lag mit 22,5 Prozent (Vorjahr 12,2%) weit über dem Marktdurchschnitt. Gesamthaft litt die Calida-Gruppe zuletzt aber unter der Coronakrise: Der Gruppenumsatz sank im ersten Halbjahr um 18,8 Prozent auf 146,2 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust von 9,8 Millionen. Analysten hatten mit deutlich schlechteren Zahlen gerechnet. Auch die Konkurrenz schnitt schlechter ab.

Calida beschäftigt in Sursee rund 300 Personen, in der gesamten Schweiz sind es 500.

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