«Cash-Maschine» Sika wächst rasant

Sika kann für 2019 ein Rekordergebnis vermelden. Dazu trug nicht zuletzt eine grosse Übernahme bei.

Christopher Gilb
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Sika-Schweiz-Werk in Düdingen im Kanton Freiburg.

Sika-Schweiz-Werk in Düdingen im Kanton Freiburg.

Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

Es war die grösste Übernahme der Firmengeschichte. Für 2,5 Milliarden Franken hatte die Sika Anfang 2019 die französische Parex übernommen, mit dem Ziel das Mörtelgeschäft breiter aufzustellen. Und die Integration der Parex ginge zügig voran, führte Sika CEO Paul Schuler aus. Bereits in 20 Ländern sei diese voll in die Strukturen integriert. «Die Sika ist eine Cash-Maschine auch bei stürmischem Wetter», fasste Schuler das Rekordergebnis 2019 an der Bilanzmedienkonferenz am Freitag zusammen.

Der Umsatz der Bauchemieherstellerin mit Sitz in Baar und 25000 Mitarbeitern weltweit stieg im Vorjahr um 14,4 Prozent auf 8,11 Milliarden Franken. Das Umsatzziel von 8 Milliarden wurde damit übertroffen.

Das grösste Wachstum erzielte der Konzern in der Region Asien/Pazifik. Hier wuchs die Sika um 35,1 Prozent auf 1,585 Milliarden Franken.

Bruttodividende soll erhöht werden

Nicht zuletzt zu diesem Rekordergebnis beigetragen hat die Übernahme der Parex, die das profitable Mörtelgeschäft bei Sika um mehr als das Doppelte wachsen liess. Mit einem auf das volle Jahr hochgerechneten Umsatz von 1,2 Milliarden Franken und mehr als 4500 Mitarbeitern trage diese massgeblich dazu bei, Sika auf das nächste Wachstumslevel auszurichten.

Sika-CEO Paul Schuler an der Bilanzmedienkonferenz am Freitag in Zürich.

Sika-CEO Paul Schuler an der Bilanzmedienkonferenz am Freitag in Zürich.

Walter Bieri / KEYSTONE

Insgesamt eröffnete die Sika letztes Jahr sieben Fabriken und akquirierte fünf Unternehmen. Das um Zukäufe bereinigte organische Wachstum 2019 lag bei 3,3 Prozent. Aufgrund des guten Umsatzes wird für die Generalversammlung eine Erhöhung der Bruttodividende von 12,2 Prozent auf 2.30 Franken vorgeschlagen. An der Börse griffen die Anleger bei Sika gestern zu. Am frühen Nachmittag wurde mit 195,65 Franken ein neues Allzeithoch erreicht. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem Wachstum von 10 Prozent, weist aber darauf hin, dass noch unklar sei, wie sich der Coronavirus auf die Endmärkte auswirken werde. Auf eine entsprechende Nachfrage sagte Schuler, dass die Gesundheit der Angestellten die oberste Priorität habe. Weder die 2500 Angestellten in China noch deren Angehörigen seien infiziert. 25 Prozent der Angestellten dort würde wegen der Situation im Home-Office arbeiten, der Rest sei wieder am Arbeitsort. Aber auch der Import von Rohmaterialien sowie der Export von Waren aus China sei derzeit kein Problem.

Auch im laufenden Jahr will der Konzern im Rahmen seiner Wachstumsstrategie 2023 neue Fabriken eröffnen und Firmen übernehmen. Gefragt, ob wieder eine so grosse Akquise wie Parex geplant sei, sagte Schuler, dass nun erst einmal die Integration der Parex abgeschlossen werden müsse. Es stünden eher mittlere Akquisitionen im Vordergrund. Betreffend zukunftsweisender Produkte sieht sich Sika gut aufgestellt. Alleine 2019 wurden 100 Produktneuheiten auf den Markt gebracht. Für eine neue Klebstofftechnologie gewann der Konzern in der Kategorie Innovation Leaders Ende 2019 den Swiss Technology Award.

Fertige Einheiten für moderne Bauten

Immer wichtiger für die Schweizer Bauchemieherstellerin wird der Bereich Modular Building, also fertige Einheiten. «In wie vielen Tagen wurde das Krankenhaus in Wuhan gebaut?», fragte Schuler rhetorisch die Anwesenden. «Die Deutschen waren jedenfalls überrascht, wie schnell das ging, die bauen ja immer noch am Flughafen.» Möglich sei die Fertigstellung innerhalb weniger Tage wegen der modularen Bauweise gewesen. Und bei dieser spiele Sika ganz vorne mit. Auch die Megatrends im Automobilbau wie Elektromobilität und Leichtbauweise kämen dem Konzern entgegen – dank Multi-Material-Design, neuer Klebstofftechnologien und Wärmemanagement in modernen Batterietechnologien. Schon 2019 konnte der Konzern in diesem Sektor trotz weltweit rückläufiger Produktionszahlen weitere Marktanteile gewinnen.