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CEO von Schmolz + Bickenbach zu den EU-Zöllen auf Stahl: «Die Situation wird planbarer»

Die EU führt bis 2021 definitiv Schutzzölle auf Stahlimporte ein. Das hat Auswirkungen auf die Schweizer Werke des Luzerner Stahlherstellers Schmolz + Bickenbach.
Interview: Maurizio Minetti
Clemens Iller, CEO des Stahlherstellers Schmolz + Bickenbach. (Bild: PD)

Clemens Iller, CEO des Stahlherstellers Schmolz + Bickenbach. (Bild: PD)

Clemens Iller, die EU führt die bislang provisorisch eingeführten Schutzzölle auf Stahlimporte definitiv bis 2021 ein. Was bedeutet das für Swiss Steel und Steeltec in Emmenbrücke?

Von den definitiven Massnahmen der EU-Kommission sind potenziell Swiss Steel und Steeltec betroffen, da neu Blankstahl – die Produktkategorie von Steeltec – auch kontingentiert wird.

Was heisst das konkret?

Von den Ende Januar auslaufenden provisorischen Schutzzöllen erwarten wir nur sehr geringe zusätzliche Kosten. Swiss Steel hat sich darauf vorbereitet und Massnahmen ergriffen, um von den Schutzzöllen nur am Rande betroffen zu sein. Mit den vorgeschlagenen definitiven Massnahmen ab Februar 2019 wird die Situation planbarer und ist mit weniger Unsicherheiten behaftet. Aufgrund der Saisonalität mit einem üblicherweise stärkeren ersten Halbjahr dürften unsere Schweizer Einheiten Swiss Steel und Steeltec im ersten Halbjahr 2019 etwas eingeschränkt werden, da die nun vorgeschlagenen Quoten diese Saisonalität nicht berücksichtigen. Für 2020/21 erwarten wir eine stabile Situation, die Kontingente dürften ausreichen, so dass Schmolz + Bickenbach keine zusätzlichen oder nur marginale Zölle bezahlen muss.

Sind Sie glücklich mit der Situation?

In den Diskussionen, die zum jetzigen Entscheid der EU geführt haben, haben wir unsere Interessen über das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco, die Wirtschafts- und Industrieverbände und die politischen Kanäle eingebracht. Was das offene Thema der Saisonalität betrifft, sind wir im Gespräch mit dem Seco. Wir lehnen Strafzölle und Handelsbeschränkungen grundsätzlich ab, wollen jedoch faire Bedingungen für alle Marktteilnehmer. Die nun vorgeschlagenen definitiven Massnahmen der EU sind ein Kompromiss, der uns zwar nicht glücklich macht, aber welcher zu ertragen ist. Die differenziert zugeteilten Kontingente sind aber ein passender Ansatz, um die Interessen der Schweiz generell und von Schmolz + Bickenbach im Speziellen zu wahren.

Gab es in den letzten Monaten Auswirkungen des Zollstreits auf Kundenseite?

Die Auswirkungen sind bislang vernachlässigbar, da Swiss Steel sich darauf eingestellt und unter anderem auch in Absprache mit Kunden Massnahmen ergriffen hat, um von den Schutzzöllen nur am Rande oder gar nicht betroffen zu sein.

Schmolz + Bickenbach ist ursprünglich ein deutscher Konzern mit heutigem Hauptsitz in Luzern. Wäre eine Verlagerung der Produktion in die EU eine Option?

Eine Verlagerung würde derzeit keinen Sinn machen. Grundsätzlich kann ich festhalten, dass wir zum Standort Schweiz stehen. Dies unterstreichen auch die vergangenes Jahr beschlossenen signifikanten Investitionen in Emmenbrücke.

Was erwarten Sie von der Politik?

Bundesbern wie auch die Vertreter des Kantons Luzern in Bern haben uns in den vergangenen Jahren tatkräftig unterstützt, um die Interessen der Firmengruppe in Brüssel zu platzieren. Wir sind der Überzeugung, dass seitens Politik auch in Zukunft alles getan wird, um die Interessen der Schweiz generell und von Schmolz + Bickenbach im Speziellen zu wahren.

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