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Tragbare Insulinpumpe: Cequr schnappt sich eine vielversprechende Technologie

Die Luzerner Medtech-Firma Cequr hat dem Pharmamulti Johnson & Johnson die Lizenz für eine tragbare Insulinpumpe abgekauft. Das Potenzial der Technologie ist hoch.
Roman Schenkel
Diese Insulinpumpe von Johnson & Johnson hat Cequr übernommen. (Bild: PD)

Diese Insulinpumpe von Johnson & Johnson hat Cequr übernommen. (Bild: PD)

Vor etwas mehr als einem Jahr gab der amerikanische Pharma- und Medizintechnik-Riese Johnson & Johnson (J&J) seinen Rückzug aus dem Diabetes-Geschäft bekannt. Für die Tochterfirmen Lifescan, Animas und Calibra prüfe man deswegen strategische Optionen, gab J&J bekannt. Nun hat das Luzerner Medtech-Unternehmen Cequr Teile des Geschäfts von Calibra gekauft. Unter anderem hat sich das schweizerisch-amerikanische Unternehmen eine weit entwickelte, tragbare Insulinpumpe unter den Nagel gerissen. Die Bedingungen der Transaktion und die Höhe des Kaufpreises wurden laut der am Dienstag verschickten Medienmitteilung nicht bekannt gegeben.

Cequr hat eine exklusive weltweite Lizenz für die Technologie erworben. Dabei steht die Firma mit Hauptsitz in Horw LU ebenfalls kurz vor der Einführung seines Hauptprodukts Paq, einer dreitägigen tragbaren Insulinpumpe, die Menschen mit Typ-2-Diabetes mit Insulin versorgt. 2015 konnte Cequr dafür knapp 100 Millionen Franken von Investoren einsammeln. Das Gerät von Calibra Medical, das Johnson & Johnson selber 2012 erworben hat, ist ein ähnliches Produkt, unterscheidet sich jedoch in zwei wesentlichen Punkten: Es liefert nur das sogenannte Bolusinsulin für die Mahlzeiten. Paq liefert zusätzlich auch das Basisinsulin. Zudem ist das Produkt bereits von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassen. Zahlreiche klinische Studien wurden erfolgreich durchgeführt.

Bereits 2019 in den USA auf dem Markt

Cequr plant, die Technologie unter neuem Namen neu zu vermarkten. Es ist schon der dritte Name des Produkts. Nach der Übernahme 2012 benannte Johnson&Johnson die tragbare Insulinpumpe von Calibra Finesse in OneTouch Via um. «Wir werden das Produkt bereits 2019 in den USA auf den Markt bringen», sagt Cequr-Finanzchef Douglas Günthardt.

Das Potenzial der tragbaren Insulinpumpe schätzt Günthardt als sehr hoch ein. Allein in den USA verabreichen sich zwei Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes täglich mehrere Insulininjektionen zur Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels. Laut Studien zeige sich, dass ein Grossteil der Patienten in den Vereinigten Staaten sich die Injektionen nicht in der vorgeschriebenen Zahl und Menge spritzen. «Hier kann die tragbare Insulin-Pumpe helfen», sagt Günthardt. Das Gerät ermögliche eine einfache, diskrete dreitägige Insulinabgabe.

Die Insulinpumpe wird direkt auf der Haut getragen

Die beiden Systeme, die nun im Portfolio von Cequr sind, zählen zur Kategorie der «simple infusers», sie sind kostengünstig und in der Anwendung einfach, erlauben aber dennoch eine gut kontrollierbare Zufuhr von Insulin. Da die Geräte zudem leicht sind und auf dem Körper getragen werden können, bieten sie auch einen höheren Grad an Komfort als herkömmliche Insulinpumpen. «Die Insulin-Geräte werden direkt auf der Haut getragen. Sie sind so dünn, dass sie unter der Kleidung nicht auffallen», sagt Günthardt. Um sich mit Insulin zu versorgen, reiche ein oder je nach Dosis mehrere Knopfdrucke. «So muss man sich für die Injektion nicht mehr auf das WC zurückziehen», erklärt der Cequr-Finanzchef.

Als Johnson&Johnson Calibra 2012 übernommen hatte, sprach das Unternehmen von einem potenziellen Umsatz von 1 Milliarde Dollar. Neben Cequr gibt es mit der US-Firma Valeritas nur ein Konkurrent, der mit einem ähnlichen Produkt auf den Markt kommen will. Zudem hofft Cequr im Windschatten von Calibra das eigene Produkt Paq einfacher an den Markt bringen zu können. «Aktuell stellen wir die Dokumentation für die Prüfung durch die FDA zusammen», sagt Günthardt.

Cequr hat seinen Hauptsitz in Horw. Das hat hauptsächlich steuerliche Gründe. Der Grossteil der Firma befindet sich in den USA, genauer gesagt in Marlborough, Massachusetts. Dort liegt der operative Sitz mit Forschung und Entwicklung sowie der Produktion. Laut Finanzchef Günthardt hat die Firma aktuell rund 30 Angestellte. Die Zahl der Mitarbeitenden in Horw beziffert er auf unter zehn Leute.

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