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CHAM: Die Sportsleute vom Lande

Von Roger Federers Tennisschläger bis zu Patrick Küngs Abfahrtsski – Amer Sports vertreibt mehrere Weltmarken. Im Kanton Zug ist die Firma dabei in guter Gesellschaft.
Ernst Meierernst.meier@luzernerzeitung.ch
Philippe Descombes (links), Suunto-Verantwortlicher, und Oliver Müller, Geschäftsführer von Amer Sports.Bild: Maria Schmid (Hagendorn, 12. September 2016)

Philippe Descombes (links), Suunto-Verantwortlicher, und Oliver Müller, Geschäftsführer von Amer Sports.Bild: Maria Schmid (Hagendorn, 12. September 2016)

Bekannt ist der Kanton Zug gemeinhin als Finanz- und Rohstoffhandelsplatz mit internationaler Ausstrahlung. Weniger geläufig in der Öffentlichkeit ist, dass sich in den letzten Jahren in Zug vermehrt auch Sportartikel- und Modefirmen niedergelassen haben (siehe unten). Ein prominenter Vertreter aus dem Zuger Sportcluster ist die Firma Amer Sports, die in der Gemeinde Cham angesiedelt ist.

Auf der Fahrt zu Amer Sports wähnt man sich eher auf dem Weg zu einem Bauernbetrieb oder einem Landgasthof. Der Schweizer Sitz des finnischen Sportartikelherstellers befindet sich nämlich nicht etwa im boomenden Industrie- und Gewerbequartier der Gemeinde, sondern im beschaulichen Weiler Rumentikon im Ortsteil Hagendorn. Zwischen Kuhweiden, Einfamilienhäusern und dem angrenzenden Wald liegt das zweistöckige Bürogebäude. Einst war hier Lego zu Hause, doch in der Krise verlagerte der dänische Spielzeughersteller die Aktivitäten nach Osteuropa.

Internationales Sportkonglomerat

Vor knapp 14 Jahren zog Amer Sports mit ihrer Schweizer Niederlassung in das Gebäude. Den Namen der finnischen Firma kennt kaum jemand in der breiten Öffentlichkeit. Anders sieht es bei den Marken aus, die Teil des Sportkonglomerats sind. Neben dem US-Golf- und -Tennisausrüster Wilson – mit dessen Rackets Roger Federer und Serena Williams ihre Asse schlagen – gehören folgende Marken zu Amer Sports: Atomic (Ski), Salomon (Ski, Snowboard, Schuhe, Kleider), Suunto (Funktionsuhren, Tauchinstrumente), Arc’Teryx (Outdoor-Kleidung, Kletterausrüstung), Mavic (Velozubehör) und Precor (Fitnessgeräte).

Oliver Müller (49) ist Geschäftsführer von Amer Sports Schweiz. Sein Team mit 65 Mitarbeitern ist zuständig für den Verkauf, das Marketing sowie die Logistik von allen Marken im Verkaufsgebiet Schweiz. «Das beginnt mit der Präsentation der neuen Kollektionen bei den Detailhändlern und geht weiter über das Bestell- und Lieferwesen bis hin zur Werbung und anderen verkaufsfördernden Massnahmen», wie Oliver Müller erklärt. In Hagendorn steht ein grossflächiger Showroom zur Verfügung, wo die neusten Produkte den Händlern vorgeführt werden. «Gleichzeitig haben wir verschiedene Serviceabteilungen mit Fachleuten im Haus», sagt Müller. Eine davon bereitet Ski und Bindungen für Testfahrten vor. Müller: «Abfahrtsweltmeister Patrick Küng besucht uns regelmässig und tauscht sich mit unseren Salomon-Racing-Experten aus.» Und Roger Federer? «Leider nein», sagt Müller mit einem Lächeln. «Er wird direkt vom Wilson-Hauptsitz in Chicago ausgerüstet. Aber seine Eltern kommen ab und zu vorbei, um Material für Roger zu holen.» In Hagendorn arbeiten rund 30 Mitarbeiter für Amer Sports. Die restlichen Angestellten sind im Aussendienst, wo sie die Sportfachhändler betreuen oder in Servicestellen tätig sind. Eine spezielle Aufgabe bei Amer Sports Schweiz kommt Philippe Descombes (44) zu. Er ist für die Marke Suunto verantwortlich, und zwar nicht nur für die Schweiz, sondern auch für den Vertrieb in weiteren sechs europäischen Ländern. Suunto gehört seit 1999 zum Konzern, wurde aber bereits im Jahr 1936 gegründet; und zwar ebenfalls in Finnland. Anfänglich stellte Suunto Kompasse her, später auch Tauchcomputer. 1996 übernahm Suunto den schweizerischen Kompasshersteller Recta in Biel. Heute kennt man Suunto als Hersteller von komplexen Outdoor- und Sportuhren.

Wachsender, aber hart umkämpfter Markt

Amer Sports sei mit seinen Tochterfirmen in einem wachsenden Markt tätig, erklärt Oliver Müller. «Immer mehr Leute treiben Sport, und dies immer häufiger bis ins ‹hohe Alter›», weiss der Szenenkenner. Dabei würden die Freizeitsportler immer mehr Wert auf die Ausrüstung legen. «Kaum ein ambitionierter Läufer geht heute ohne Pulsuhr auf die Trainingsstrecke», ergänzt Philippe Descombes. Auch der Trend zu Outdoor-Kleidung und Outdoor-/Running-Trainingsschuhen komme dem Unternehmen entgegen. «Davon profitieren unsere Marken Salomon und Arc’Teryx», sagt Oliver Müller. Ein weiterer Trend sei die Digitalisierung. Müller: «Rechtzeitig auf Weihnachten bringt Wilson einen Basketball, der mit einem Chip ausgerüstet ist, in den Verkauf. Der Wilson X ermöglicht es, Spieldaten aufzuzeichnen und via Smartphone-App auszuwerten.»

Gute Aussichten also für den Sportkonzern. Für Müller, Descombes und sein Team in Hagendorn aber kein Grund, um sich zurückzulehnen. «Die Branche ist hart umkämpft, der Konkurrenzdruck knallhart», erklärt Müller. Speziell in der Schweiz, wo man in den letzten Jahren wegen der Frankenstärke Einsparungen habe vornehmen müssen – unter anderem durch die Reduktion des Personalbestands –, sei man gefordert. «Wir setzen bei allen Marken auf Profiqualität, Topservice und Authentizität», versichert Müller. Was auch ein Grund sei, weshalb man sich in Hagendorn so wohl fühle, wie er sagt: «Meine Mitarbeiter und ich leben den Sport, den wir verkaufen – über Mittag oder am Feierabend in den nahe liegenden Wald auf eine Lauftour zu gehen, gehört bei uns dazu.»

Ernst Meier

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