Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

CHAMPIONS LEAGUE: SRG erkämpft sich Sonderfall

Obwohl sich Teleclub die Rechte von der Uefa ab der Saison 2018/19 sicherte, gibt’s weiterhin Spiele im hiesigen Free-TV zu sehen. Die Dienstagsspiele gehören jedoch nicht dazu.
Ernst Meier
Real Madrids Carlos Casemiro feiert den Champions-League-Finalsieg gegen Juventus Turin. (Bild:)

Real Madrids Carlos Casemiro feiert den Champions-League-Finalsieg gegen Juventus Turin. (Bild:)

Ernst Meier

Gross war der Aufschrei bei den Fussballfans und in der Politik, als letzte Woche bekannt wurde, dass der Bezahlsender Teleclub ab der Saison 2018/19 die Uefa Champions League und Europa League übertragen wird. Befürchtet wurde, dass die Goals von Ronaldo, Messi & Co. künftig nur noch mit einem Teleclub-Abo, das jährlich über 500 Franken kostet, verfolgt werden können (Ausgabe vom 28. Juni 2017).

Gestern überraschte die SRG SSR positiv: Die Schweizer Sender SRF, RTS und RSI zeigen auch künftig Spiele der Champions League und der Europa League live und exklusiv in allen Sprachregionen der Schweiz im Free-TV. Ab der Saison 2018/19 wird an 31 Abenden (bisher 47) pro Saison ein Spiel pro Abend übertragen – jeweils mittwochs und donnerstags. Die Spiele vom Dienstag gibt’s live nur noch bei Teleclub. Roland Mägerle, Leiter Business Unit Sport SRG und Sport SRF, nimmt zur neuen Vereinbarung, die mit der Uefa bis 2020/21 abgeschlossen wurde, Stellung.

Roland Mägerle, Sie haben der Fussball-Schweiz die Champions League gerettet. Wie kam es dazu, nachdem es letzte Woche noch aussah, dass es die Livespiele nur noch gegen Bezahlung gibt?

Dass wir auch in Zukunft Champions-League-Spiele live übertragen können, ist ein grosser Erfolg für das Schweizer Publikum. Die Verhandlungen waren sehr intensiv. Entsprechend sind wir sehr glücklich, was wir erreichen konnten.

Die Schweiz ist ab 2018/19 das einzige Land in Westeuropa, in dem es die Champions League noch im Free-TV gibt. Weshalb macht die Uefa bei der SRG eine Ausnahme?

Wir haben in den Verhandlungen mit Team Marketing, der Uefa-Vermarktungsagentur, primär auf unsere Stärken verwiesen: Die SRG offeriert ein massgeschneidertes Programm für alle vier Sprachregionen der Schweiz und erreicht ein Millionenpublikum. Die SRG steht zudem für hohe Qualität beim Programm und bei der Produktion und punktet mit ihrer Verlässlichkeit als lang­jähriger Übertragungspartner. Zu unseren Stärken gehört auch die landesweite Abdeckung durch TV, Radio und online.

Trotz den Livespielen auf SRF müssen die TV-Zuschauer einen Serviceabbau in Kauf nehmen. Die Dienstagsspiele gibt es nicht mehr live im Free-TV. Auch an diesen Tagen sind Spitzenteams wie Bayern München, Real Madrid oder Chelsea im Einsatz.

Unsere finanziellen Mittel sind begrenzt, auch für die Champions League. Die SRG setzt ihre Mittel effizient und zielgerichtet im Sinne der Gebührenzahler ein. Wir haben ein reduziertes Rechtepaket zu einem im Vergleich zum Vorjahr reduzierten Preis erworben. Unsere vertragliche Abmachung sieht vor, dass wir am Mittwoch jeweils für einen Match das Vorwahlrecht gegenüber Teleclub haben. Dies bedeutet: Spielt eine Schweizer Mannschaft am Mittwoch, ist die Partie wie bisher bei der SRG live im Programm. Am Dienstag sind wir zwar nicht mehr live dabei, aber wir können das Spiel nachträglich ausstrahlen und zeigen in einer Spezialsendung alle Highlights.

Was kostet die SRG die Übertragungsrechte für Champions League und Europa League ab 2018/19?

Detaillierte Zahlen nennen wir aus Vertraulichkeitsgründen keine. Die SRG zahlt für Sportrechte durchschnittlich 51,2 Millionen Franken im Jahr. Das beinhaltet rund 100 Sportverträge für Übertragungsrechte von Sportarten wie Eishockey, Tennis, Schwingen, Unihockey, aber auch für die Olympischen und Paralympischen Spiele.

Was bedeutet die neue Regelung für die Werbewirtschaft?

Unsere Übertragungen der Champions-League- und Europa-League-Spiele bleiben für die Werbewirtschaft attraktive Plattformen. Refinanzieren kann man in der Schweiz Sportübertragungen jedoch nicht. Durchschnittlich decken kommerzielle Einnahmen wie Werbung und Sponsoring nur 13 Prozent der Vollkosten für eine Sportproduktion und Rechte ab. Auch die Champions League und Europa League bilden keine Ausnahme.

Der Trend im Spitzenfussball geht seit Jahren Richtung Bezahl-TV. Wird sich die Schweiz auch längerfristig eine Sonderregelung sichern können?

Es ist zweifellos so, dass der Wettbewerb immer härter wird; der Kampf um Sportrechte wird eine grosse Herausforderung für alle TV-Sender bleiben. Was die jüngsten Verhandlungen jedoch gezeigt haben, hat mich zuversichtlich gemacht, dass wir mit unseren Qualitäten ein verlässlicher Partner bleiben können. Hier eine Prognose für die Zeit nach 2020/21 abzugeben, wäre jedoch Kaffeesatzlesen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.