Charmeoffensive in Washington

Drucken

Onlinehandel Was einst, im Jahr 1995, als Online-Buchgeschäft begann, ist heute ein riesiger Gemischtwarenladen: Das Internet-Warenhaus Amazon.com ist mittlerweile auch als Serviceanbieter für digitale Dienstleistungen, als Hersteller von Fernsehserien und Hardware-Produkten sowie als Lebensmittelhändler ein Platzhirsch. Diese Dominanz weckt zunehmend politische Kritik. «Wir brauchen grössere Transparenz», sagt zum Beispiel die Senatorin Amy Klobuchar, eine Demokratin aus Minnesota.

Amazon reagiert auf diese Missbilligung mit einer Charmeoffensive in Washington. Wie die «New York Times» kürzlich berichtete, stockte das Internet-Warenhaus die Zahl der Lobbyisten in der Hauptstadt von 60 auf 83 auf – damit gehört Amazon nun zu den grössten Lobbyisten in Washington. Kostenpunkt dieser Bemühungen: mehr als 6 Millionen Dollar im ersten Halbjahr 2017. Amazon kann sich solche Ausgaben leisten, mit einem Umsatz von mehr als 15 Milliarden Dollar im 2. Quartal 2017. (rrw)