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CHEMIE: Clariant steuert auf einen Showdown zu

Der Verwaltungsrat lässt die oppositionellen US-Aktionäre abblitzen. Es bahnt sich ein Kampf um die Strategie der Firma an.
Das Clariant-Chemiewerk in Muttenz. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone (26. August 2017))

Das Clariant-Chemiewerk in Muttenz. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone (26. August 2017))

Im Kampf um die Macht beim Chemiekonzern Clariant bahnt sich ein Showdown an. Das Management unter Führung von CEO und Verwaltungsrat Hariolf Kottmann und die in der Investmentgesellschaft White Tale zusammengeschlossenen oppositionellen amerikanischen Ak­tionärsgruppen 40 North und Corvex sind sich an einem Treffen Anfang Woche offensichtlich keinen Schritt nähergekommen.

White Tale hatte Ende Oktober als grösste Aktionärin mit einer Beteiligung von über 20 Prozent ultimativ zwei Forderungen aufgestellt: Der Clariant-Verwaltungsrat hätte erstens sofort drei White-Tale-Vertreter als Kandidaten für eine Zuwahl in das Aufsichtsgremium nominieren sollen. Und zweitens hätte Clariant öffentlich die Verpflichtung eines «unabhängigen Finanzberaters» bekanntmachen sollen, der mit einer eingehenden Überprüfung aller strategischen Optionen für das Unternehmen hätte beauftragt werden müssen.

Von diesen Forderungen will der Clariant-Verwaltungrat lediglich das absolute Minimum erfüllen. Sein einziges Zugeständnis besteht aus dem Angebot an White Tale, «ein Registrierungsverfahren einzuleiten», um der ordentlichen Generalversammlung vom 19. März 2018 einen Kandidaten für den Verwaltungsrat präsentieren zu können. Clariant versteht das Angebot als Geste «im Sinn der Offenheit gegenüber Vorschlägen von Grossaktionären», wie es in der gestrigen Medienmitteilung heisst.

Im Verwaltungsrat untervertreten

Die Bemerkung dürfte bei White Tale als Provokation ankommen, zumal die Aktionäre der bayrischen Süd-Chemie mit einem Anteil von 15 Prozent mit zwei Vertretern im Aufsichtsgremium repräsentiert sind. Die Forderung nach einer Prüfung der strategischen Optionen durch eine «unabhängige» Drittpartei wird rundweg abgelehnt. «Der Verwaltungsrat nimmt diesen Prozess ausdrücklich so wahr, dass er nur darauf ausgerichtet ist, Bieter für verschiedene Geschäfte zu finden. Damit würde letztendlich das Unternehmen zerschlagen und die Vermögenswerte verkauft werden», begründet Clariant diesen Entscheid. White Tale war unmittelbar zu keiner Stellungnahme bereit, stellt auf Anfrage aber eine Reaktion in der kommenden Woche in Aussicht. Aller Voraussicht nach wird White Tale nun eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen, um die Forderungen dort durchzusetzen. Mit dieser Drohung hatte White Tale Ende Oktober die Forderungen erhoben.

Für Wahlen in den Verwaltungsrat sind 50 Prozent der Stimmen nötig. White Tale müsste noch etliche andere Aktionäre für die eigene Sache mobilisieren können. Kottmann sagte gestern, nebst den Süd-Chemie-Aktionären würde die «bewährte und erfolgreiche Wachstumsstrategie» von Clariant auch von «der grossen Mehrheit» der institutionellen Anleger unterstützt. Gleichzeitig räumt Kottmann auch ein: «Die institutionellen Investoren sind verunsichert. Sie wissen nicht, was tun.» Nach Kottmanns Darstellung besteht das Dilemma darin, dass White Tale versuche, den eigenen Nutzen zu maximieren, während der Verwaltungsrat den Unternehmenswert steigern wolle.(sda)

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