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CHEMIE: White Tale gibt sich überraschend zahm

Das Management des Basler Chemiekonzerns Clariant punktet gegen die aktivistische US-Aktionärsgruppe White Tale. Eine Entscheidung dürfte die nächste Generalversammlung bringen.
Daniel Zulauf
Ein Clariant-Firmengebäude in Pratteln. (Bild: Georgious Kefalas/Keystone (16. August 2017))

Ein Clariant-Firmengebäude in Pratteln. (Bild: Georgious Kefalas/Keystone (16. August 2017))

Daniel Zulauf

Im Kampf um die Macht beim Schweizer Chemiekonzern Clariant hat das Management um CEO Hariolf Kottmann offensichtlich einen Vorteil herausgeholt. Nachdem die Unternehmensleitung in der vergangenen Woche den Forderungskatalog der in der Investmentgesellschaft White Tale zusammengeschlossenen oppositionellen amerikanischen Aktionäre 40 North und Corvex in schroffer Weise zurückgewiesen hatte, verpassten es diese wiederum gestern, ihrer Drohung auch Taten folgen zu lassen.

Statt die sofortige Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung zu fordern, wie dies White Tale noch Ende Oktober für den Fall angekündigt hatte, dass eine Einigung mit der Clariant-Führung nicht möglich sein sollte, wollen die Aktionärsaktivisten ihre Botschaft nun «direkt» an die Miteigentümer überbringen, wie ­ sie in einer Medienmitteilung schreiben. White Tale hatte verlangt, dass der Clariant-Verwaltungsrat sofort drei White-Tale-Vertreter als Kandidaten für eine Zuwahl in das Aufsichtsgremium nominieren müsse. Zudem forderten die Investoren die Verpflichtung eines «unabhängigen Finanzberaters» zur eingehenden Überprüfung aller strategischen Optionen für das Unternehmen mit Sitz in Muttenz.

Clariant macht Platz für einen Verwaltungsrat

Nach einem Treffen mit White-Tale-Vertretern Anfang der vergangenen Woche gestand der Clariant-Verwaltungsrat den Grossaktionären aber lediglich zu, «ein Registrierungsverfahren einzuleiten», um der ordentlichen Generalversammlung vom 19. März 2018 einen Kandidaten für den Verwaltungsrat präsentieren zu können. Man verstehe das Angebot als Geste «im Sinn der Offenheit gegenüber Vorschlägen von Grossaktionären», hiess in der Medienmitteilung.

Die Investoren von White Tale zeigten sich gestern wenig überraschend «enttäuscht» über die Reaktion der Clariant-Führung. Man sei «im guten Glauben nach Zürich gereist, um unsere Ansichten zu diskutieren und zu wiederholen, dass wir der langfristigen Zukunft der Gesellschaft verpflichtet sind». Wie man aus Medienberichten entnommen habe, sei dieses Treffen für die Clariant-Führung aber bedeutungslos gewesen. Einmal mehr wies White Tale gestern den von der Clariant-Führung geschürten Verdacht von sich, man habe bloss die Zerschlagung der Firma im Sinne.

White Tale pocht auf «Besonnenheit»

Eine in diese Richtung abzielende Forderung habe es explizit zwar nie gegeben, räumte Clariant gestern auf Nachfrage unserer Zeitung ein. «Doch alle Indizien sprechen dafür, das White Tale auf eine Zerschlagung abzielt», hiess es gestern auf Nachfrage bei Clariant. «Sie haben keinen Plan, lehnen vertiefte Gespräche über die Strategie ab und sagen selbst, eine Investment-Bank solle mit dem Ziel angeheuert werden, möglichst viele Berater an den Tisch zu bringen.»

Von Seiten White Tale verlautete gestern auf Nachfrage: «Es sieht so aus, als wolle Herr Kottmann den Kampf.» Stattdessen tue «Besonnenheit» not. «Darum wird der Fehdehandschuh nicht aufgenommen.» Der überraschende Rückzieher von White Tale lässt erwarten, dass die nächsten Entscheidungen in der Clariant-Sage erst am 19. März an der ordentlichen Generalversammlung fallen werden.

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