CHEMIEINDUSTRIE: Chemie- und Pharmasektor: Technik treibt Fusionslust an

Redaktor Thorsten Fischer zur Fusion von Clariant und Huntsman.

Drucken
Teilen
Thorsten Fischer (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Thorsten Fischer (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Natürlich sind es keine reinen Frühlingsgefühle, die zur neusten Fusion im Chemie- und Pharmasektor geführt haben. Auffällig ist aber, dass die Hochzeit von Clariant und Huntsman nur einen Höhepunkt in einem ganzen Reigen von Zusammenschlüssen bildet. Syngenta ist kürzlich an Chem China verkauft worden, Bayer will nach wie vor Monsanto übernehmen. Das wirtschaft- liche Klima für Zusammenschlüsse ist derzeit ausgesprochen gut. Interessanterweise wird nicht bloss in einer Branche geflirtet, sondern in ziemlich vielen. Der südkoreanische Technologiegigant Samsung hat bekanntgegeben, kräftig auf Einkaufstour gehen zu wollen.

Besonders bei Grossfusionen schwingt immer Verunsicherung mit. Zahlt sich das Zusammengehen wirklich aus? Was passiert mit den Arbeitsplätzen? Skeptische Stimmen gibt es auch zur Fusion von Clariant und Huntsman. Doch die Lust auf Fusionen hat handfeste Gründe: Das eine sind die momentan günstigen Finanzierungskosten. Noch gewichtiger ist aber der technologische Wandel, der eine neue Dynamik schafft. Jede Branche muss über kurz oder lang völlig neue Produkte präsentieren, die mit der digitalen Welt Hand in Hand gehen. Mit vereinten Kräften gelangt man hier vielfach schneller ans Ziel.

Pikant an der Fusionswelle ist: Während die grossen Freihandelsabkommen wegen massiver Kritik auf Eis liegen, spannen Firmen munter über Ländergrenzen hinweg zusammen. Gehen die Unternehmen verantwortungsvoll mit ihren neuen Möglichkeiten und Kooperationen um, können sie beweisen: Die Globalisierung ist nicht nur eine Bedrohung, sondern tatsächlich eine Chance.