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CHINA: Superinvestoren geht die Puste aus

Jahrelang kauften chinesische Superkonzerne wie Wanda, Anbang und die HNA-Gruppe im Ausland Firmen und teure Immobilien. Sie haben sich offenbar übernommen. Nun übernimmt die Kommunistische Partei.
Anbang (Bild: EPA/Rolex dela Pena)

Anbang (Bild: EPA/Rolex dela Pena)

Um die drei grössten chinesischen Investorengruppen ist es derzeit nicht gut bestellt. Der Immobilienriese Wanda, der in den vergangenen Jahren mit Käufen von Kinoketten, Hollywood-Studios und europäischen Fussballclubs von sich reden machte, musste wegen Geldnot seine Luxusimmobilien in London, Sydney und Beverly Hills abstossen. Anbang wurde gestern sogar unter staatliche Kontrolle gestellt, nachdem es der chinesische Versicherungskonzern mit seinen weltweiten Investitionen übertrieben hatte.

Das wollte Chen Feng von der HNA-Gruppe offenbar nicht riskieren. Der Chef des dritten grossen chinesischen Finanzinvestors leistete vor zwei Wochen in einer Videokonferenz gegenüber führenden Mitgliedern der Kommunistischen Partei Abbitte. «Die HNA gehört der Partei.» Dabei ist der Mischkonzern offiziell ein Privatkonzern.

Jahrelang waren chinesische Superkonzerne im Kaufrausch und kauften weltweit Firmen, überteuerte Immobilien, ja selbst marode Flughäfen auf. In der Schweiz gehört ihr der weltgrösste Dienstleister für Flughäfen Swissport sowie der Flug-Caterer Gategroup und ist mit einem Aktienanteil von 20,9 Prozent auch in den Basler Reisedetailhändler Dufry eingestiegen. Seit 2014 hat die Gruppe Anlagen und Unternehmen im Wert von fast 50 Milliarden US-Dollar akquiriert.

Anteilseigner entpuppt sich als Schönheitssalon

Inzwischen ist klar, dass HNAs weltweite Einkaufstour grösstenteils schuldenfinanziert war. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg vermutet, dass sich allein die kurzfristigen Schulden auf rund 30 Milliarden Dollar summieren. Die Gesamtschulden liegen bei dem Dreifachen. Die HNA-Konzernleitung wiegelt ab und spricht von «Liquiditätsengpässen», die rein bilanzieller Art seien. In einer verschriftlichten Rede von Anfang Februar, aus der Bloomberg zitiert, ist von «Angriffen reaktionärer Kräfte» die Rede. Indirekt nimmt er damit Bezug auf die Vorwürfe des in New York lebenden chinesischen Geschäftsmannes Guo Wengui. Der hatte mehrfach behauptet, hinter dem komplizierten HNA-Firmengeflecht stecke Wang Qishan – bis vor kurzem Chinas oberster Korruptionsbekämpfer und die rechte Hand von Staats- und Parteichef Xi Jinping. HNA hat den Milliardär wegen Verleumdung bereits verklagt. Fakt aber bleibt, dass die Strukturen der Gruppe nach wie vor unübersichtlich sind. Bis vergangenes Jahr war mit Guan Jun ein Anteilseigner genannt, der sich nach Recherchen chinesischer Journalisten als Betreiber eines Schönheitssalons in Peking entpuppte. Offiziell heisst es nun, hinter den Mehrheitseignern steckten zwei Stiftungen. Eine sitzt auf der chinesischen Tropeninsel Hainan, die andere in New York, sie heisst Hainan Chihang Charity Foundation und ist mit 29,5 Prozent der grösste Aktionär von HNA. Seit letztem Sommer ist der deutsche Ex-Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ihr Chef. Er äussert sich dazu aber nicht.

Wie schon Wanda und Anbang steht die HNA-Gruppe nun unter Druck, zahlreiche ihrer erworbenen Beteiligungen zu verhökern. Die Beteiligung an der Deutschen Bank hat sie bereits reduziert. Im Januar gab HNA zudem bekannt, ihren knapp 30-prozentigen Anteil an der spanischen NH-Hotel-Gruppe verkaufen zu wollen. Am Plan, Swissport und Gategroup an die Börse zu bringen, hält HNA hingegen offiziell fest.

Felix Lee, Peking

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