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CKW bleiben auf Solarstrom sitzen

Die CKW steigerten den Reingewinn um mehr als ein Fünftel. Nächstes Jahr zahlen sie den Betreibern von Solaranlagen trotzdem weniger für deren Strom. Das sorgt für Unmut.
Rainer Rickenbach
Das Stadion Kleinfeld in Kriens ist mit einem Solardach bestückt.Bild: Pius Amrein (26. September 2018)

Das Stadion Kleinfeld in Kriens ist mit einem Solardach bestückt.
Bild: Pius Amrein (26. September 2018)

Als die CKW Anfang Woche ihren Gewinnsprung vermeldeten, staunte der Gewerbetreibende P. R. aus einem Luzerner Dorf nicht schlecht. Er betreibt seit drei Jahren eine eigene Solaranlage mit einer Spitzenleistung von 13,7 Kilowattpeak. Abnehmer seines Stroms sind die CKW.

Nur: P. R., der seinen Namen nicht in der Zeitung veröffentlicht sehen will, musste bereits eine Preissenkung hinnehmen, und im nächsten Jahr kommt eine weitere auf ihn zu. Vor zwei Jahren zahlten ihm die CKW 10 Rappen pro Kilowattstunde, in diesem Jahr sind es 9 Rappen, und im kommenden Jahr werden es noch 8 Rappen für die gleiche ­Solarstrommenge sein.

Private verdienen weniger an Solarstromproduktion

Die Gewinnsteigerung um mehr als ein Fünftel auf 81 Millionen Franken und die sinkenden Preise für die Solarstromlieferanten stehen in den Augen von P. R. quer zu den hehren Zielen der Energiewende. In der auch kleine Energielieferanten eine wichtige Rolle spielen. Dem grössten Energieunternehmen der Zentralschweiz wirft der Kritiker vor, die Fotovoltaik nicht mehr angemessen zu fördern und im Solargeschäft eine immer höhere Marge einzuheimsen.

P. R. hatte vor drei Jahren 13000 Franken für die Anlage aus eigener Tasche bezahlt, weitere 12000 erhielt er aus dem Fördermittelfonds. Seine Stromproduktion legte seit 2016 dank den sonnenreichen Sommermonaten jedes Jahr um etwas mehr als tausend Kilowattstunden zu. In diesem Jahr dürften es rund 14800 Kilowattstunden werden. Das entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch von sechs durchschnittlichen Haushalten, Brauch­wasser und Heizung nicht mitgerechnet. Etwa 16 Prozent davon zweigt P. R. für den Eigenverbrauch ab, der grosse Rest findet den Weg in das CKW-Verteilnetz. Ein Geschäft, das sich aber immer weniger lohne, findet der ­Anlagebetreiber.

CKW verliert beim Solarstromhandel Geld

Für die CKW ist das Solargeschäft freilich nicht bloss wenig lukrativ, sie zahlen bei der aktuellen Preiskonstellation sogar drauf. Denn das Energieversorgungsunternehmen bezahlt den Produzenten für den Solarstrom mehr, als es dafür auf dem Markt erhält. «Wir verkaufen den Solarstrom aktuell mit einem Aufpreis von vier Rappen pro Kilowattstunde auf den Wasserkraftstrom. Demgegenüber entschädigen wir den Solarstromproduzenten für den ökologischen Mehrwert mit 4,5 Rappen pro ­Kilowattstunde», sagt CKW-Sprecher Marcel Schmid. «Mit andern Worten: Wir vergüten mehr als wir einnehmen.»

Kommt hinzu, dass die CKW nur ein Drittel des eingekauften ­Solarstroms zum dafür festgelegten Preis überhaupt verkaufen können. Sie haben nämlich, wie die anderen Stromkonzerne auch, in dieser Sparte ein Absatzproblem. Solarstrom ist rund 14 Prozent teurer als der Strom aus Wasserkraftwerken und deshalb bei den privaten Endkunden nicht gefragt. Nur gerade ein Prozent der CKW-Kunden ist bereit, diese Mehrkosten auf sich zu nehmen. Die grosse Mehrheit entscheidet sich für die günstigere Wasserkraft.

«Wenn es an das eigene Portemonnaie geht, schwindet die Bereitschaft, ökologische Vorhaben zu unterstützen», sagte CKW-Chef Martin Schwab, als er am Dienstag die Jahreszahlen präsentierte. Die Folge: Die CKW kaufen mehr Solarstrom ein, als sie verkaufen können. Die überschüssige Solarenergie aus den privaten Fotovoltaik­anlagen muss sie zu den tieferen Wasserkraftpreisen den Endkunden verrechnen – ein Minusgeschäft. Im Versorgungsgebiet der CKW, das in etwa den Kanton Luzern ohne der Stadt Luzern umfasst, gibt es 3450 Solarstromproduzenten. Kommt hinzu, dass das Energieversorgungsunternehmen kürzlich seine eigene Anlage im Krienser Fussballstadion Kleinfeld ans Netz anschloss.

CKW-Sprecher Schmid empfiehlt: «Am besten ist es, die Grösse einer neuen Solaranlage auf die eigenen Bedürfnisse auszurichten. Um die grösstmög­liche Wertschöpfung aus einer Solaranlage zu erzielen, ist ein möglichst hoher Eigenverbrauch anzustreben.» Das erreicht ein Fotovoltaikanlage-Betreiber, wenn er zum Beispiel an schönen Tagen tagsüber statt nachts die Waschmaschine und den Geschirrspüler laufen lässt. Für Personen, die tagsüber kaum Strom verbrauchen, bieten Batteriespeicher einen Weg, den tagsüber produzierten Strom auch nach Sonnenuntergang noch zu verwenden.

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