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Interview

Concordia löst Versprechen ein: 100 Millionen Franken gehen zurück an Versicherte

Die Krankenkasse Concordia gibt über 100 Millionen des Gewinnes an ihre Versicherten zurück. Doch die Rückzahlung dürfte künftig eine Ausnahme bleiben.
Rainer Rickenbach
Kurt Stricker, Mitglied der Geschäftsleitung der Concordia, am Firmensitz in Luzern. (Bild: Nadia Schärli, 8. Oktober 2019)

Kurt Stricker, Mitglied der Geschäftsleitung der Concordia, am Firmensitz in Luzern. (Bild: Nadia Schärli, 8. Oktober 2019)

Die Versicherten der Krankenkasse Concordia erhielten letzte Woche teilweise mehrere hundert Franken Gewinnbeteiligung auf ihr Konto überwiesen. Damit erfüllte die Krankenversicherung ihr Versprechen, das sie im März abgegeben hatte. Kurt Stricker, Mitglied der Geschäftsleitung, äussert sich zu den Gründen und den Aussichten auf weitere Gewinnbeteiligungen.

Warum erhalten die Concordia-Versicherten einen Teil des Ertragsüberschusses von 2018?

Kurt Stricker: Im Jahr 2018 sind die Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung unerwartet um rund 2 Prozent pro Kopf gesunken. Die Prämieneinnahmen lagen deshalb in einzelnen Kantonen deutlich über den Kosten. Dies führte zu einem Ertragsüberschuss bei der Concordia. Für diesen Fall sieht das Gesetz die Möglichkeit eines freiwilligen Prämienausgleichs vor, der vom Bundesamt für Gesundheit genehmigt werden muss. Als nicht profitorientierte Krankenversicherung nutzten wir diese gesetzliche Möglichkeit und geben unseren Kunden den Ertragsüberschuss 2018 zurück.

Ein Teil des Ertragsüberschusses hatte seine Ursache in technisch bedingten verspäteten Rechnungen von Ärzten in Spitälern. Müssen die Versicherten nun für das kommende Jahr einen überdurchschnittlichen Prämienanstieg befürchten?

Nein, im Gegenteil: In mehreren Kantonen, auch in Luzern, konnten wir unsere Grundprämien sogar senken. Und auch über die ganze Schweiz betrachtet sinkt die mittlere Prämie für Concordia-Versicherte. Verspätete Rechnungen der Leistungserbringer haben wohl einen Einfluss auf das erzielte Ergebnis gehabt, aber nicht in einem so wesentlichen Umfang, dass dies für 2020 zu einem überdurchschnittlichen Anstieg der Prämien führen würde.

Die erwachsenen Versicherten im Kanton Luzern erhalten mit 500 Franken den grössten Prämienausgleich. In Nidwalden (70 Franken), Schwyz (160 Franken) und Uri (130 Franken), Obwalden (370 Franken) und Zug (290 Franken) liegt er tiefer. Wie erklären sich die regionalen Unterschiede?

Der Prämienausgleich wird, wie im Gesetz vorgesehen, pro Kanton berechnet. Dabei werden grob gesagt die Kosten für medizinische Leistungen den Prämieneinnahmen gegenübergestellt. Die unterschiedlichen Beträge sind ein Spiegelbild der in den einzelnen Kantonen angefallenen Ertragsüberschüsse. Da Kinder und Jugendliche tiefere Prämien haben, sind die Ausgleichsbeträge für sie entsprechend geringer ausgefallen. Insgesamt zahlt die Concordia im Rahmen des Prämienausgleichs rund 108 Millionen an ihre Versicherten zurück.

Werden die Ertragsüberschussbeteiligungen künftig zur Regel?

Diese Frage lässt sich heute nicht beantworten, weil wir die künftige Entwicklung der Gesundheitskosten nicht kennen. Es ist aber aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit davon auszugehen, dass ein solcher Prämienausgleich eher die Ausnahme als die Regel sein wird. Sollten die Kosten aber auch in Zukunft deutlich unter den Prämieneinnahmen liegen, werden wir die Auszahlung eines Prämienausgleichs sicher wieder prüfen.

Mit der Gewinnbeteiligung haben Sie Ihre Kunden bestimmt nicht verärgert. Trotzdem: Wie sind die Rückmeldungen?

Ja, wir haben über die unterschiedlichsten Kanäle sehr positive Rückmeldungen von unseren Versicherten erhalten. Darüber hinaus profitieren unsere Kunden im Rahmen der freiwilligen Auszahlung von Reserven auch von der insgesamt guten finanziellen Verfassung der Concordia. Im laufenden Jahr fliessen auf diesem Weg zusätzlich zum Prämienausgleich 55 Millionen Franken an alle Versicherten in der ganzen Schweiz zurück. Im Unterschied zum Prämienausgleich, der direkt aufs Konto überwiesen wird, ziehen wir dieses Geld den Versicherten von der Monatsprämie ab. Im nächsten Jahr werden wir so weitere 27 Millionen Franken auszahlen.

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