Detailhandel
Coop-Chef Sutter streicht alle Boni wegen Einkaufstourismus

Der neue Coop-Chef Joos Sutter zieht Konsequenzen aus dem Einkaufstourismus: Er streicht sämtliche Boni. Betroffen sind alle Mitarbeiter auf allen Ebenen, vom Metzger bis zum Chef. Der Coop-Chef fordert zudem eine tiefere Zollgrenze.

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Joos Sutter streicht alle Boni.

Joos Sutter streicht alle Boni.

Keystone

«Dieses Jahr fallen die Boni weg», sagt Joos Sutter gegenüber der Zeitung «DerSonntag». Betroffen seien alle Mitarbeiter auf allen Ebenen, vom Metzger bis zum Chef. «Aufgrund des Geschäftsgangs», lautet die Begründung. Denn Coop litt 2011 wie die gesamte Branche unter den Folgen des Einkaufstourismus.

Und Sutter sieht keine Besserung: «Auch 2012 werden wohl wieder etwa 5 Milliarden Franken ins Ausland abfliessen, davon 3 Milliarden für Güter für den täglichen Gebrauch.» Die Rechnung sei einfach: «Wenn 5 Milliarden Franken Umsatz aus der Schweiz abfliessen, fehlen die Löhne für 10 000 bis 12 000 Mitarbeiter».

645 Stellen nicht besetzt

Coop stehe in der Branche gut da, weil man Marktanteile gewonnen habe. Im letzten Jahr sind aber trotzdem 645 Stellen nicht mehr besetzt worden.

Um dem Einkaufstourismus Einhalt zu gebieten, sieht Sutter politischen Handlungsbedarf bei der Zollfreigrenze von 300 Franken. «Die Freigrenze sollte sicher gesenkt werden, denn momentan geht enorm viel Kaufkraft aus der Schweiz verloren.»

Vor schwierigem Jahr

Heute könnten vier Leute in einem Auto Waren im Wert von 1200 im Ausland einkaufen und über die Grenze nehmen. Coop müsse hingegen ab dem ersten Franken alles verzollen. Das sei keine gute Lösung.

«Es wird wieder ein schwieriges Jahr, etwa so wie 2011», sagt Sutter im «Sonntag». Die Konjunkturforscher vom BAK sagen ein Minus im Konsum von 0,4 Prozent voraus. Daraus schliesst der Bündner Handelschef: «Man muss also Marktanteile gewinnen, um nicht zu schrumpfen.» (rsn)