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COOP: Coop steigert Gewinn: Mit Bio und Elektronik zum Erfolg

Der Detailhandelsriese hat ein gutes Jahr hinter sich. Er legte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zu. Besonders im Onlinehandel und bei den Bioprodukten geht die Post ab.
Rainer Rickenbach
Die Tranformation zum Online-Detailhändler scheint Coop in gewissen Sparten besser zu gelingen. (Bild: Benjamin Manser (5. Oktober 2017))

Die Tranformation zum Online-Detailhändler scheint Coop in gewissen Sparten besser zu gelingen. (Bild: Benjamin Manser (5. Oktober 2017))

Rainer Rickenbach

2017 sei für Coop «ein grundsätzlich gutes Jahr» gewesen, sagte gestern der Geschäftsleitungs­vorsitzende Joos Sutter an der ­Bilanzmedienkonferenz. Die wichtigsten Geschäftszahlen sind in der Tat recht beeindruckend: Der Gruppenumsatz stieg um 3,1 Prozent auf 29,2 Milliarden Franken. Der Gewinn kletterte um 2,2 Prozent auf 485 Millionen Franken. Mit diesen Zahlen behaupten die Basler ihren Spitzenplatz im schweizerischen Detailhandel vor der Migros. Diese wurde von Coop vor zwei Jahren umsatzmässig erstmals übertrumpft.

Zum ansehnlichen Wachstum in der schwierigen Branche trugen im vergangenen Jahr in erster Linie die Bioprodukte und die Heimelektronikläden bei. Fust, Microspot, Interdiscount und Co. brachten es mit Computern, TV-Geräten und Mobiltelefonen auf einen Umsatz von insgesamt 2 Milliarden Franken. «Es gelang uns, in diesem Geschäft die Konkurrenz abzuhängen», kommentierte Sutter das Spartenergebnis.

Onlinegeschäft ist stark am Wachsen

Für Heimelektronikprodukte ­gehen überdurchschnittlich viele Onlinebestellungen ein. Bei ­Microspot habe ein neuer Onlineshop das Wachstum deutlich beschleunigt, erklärte Sutter gestern. Auch der Onlinekanal für Lebensmittel, Coop@home, legt respektabel zu. Über die ganze Coop-Gruppe betrachtet, schoss das Onlinedetailhandelsgeschäft im vergangenen Jahr um satte 19,7 Prozent in die Höhe. Die Kunden orderten über diesen Vertriebskanal Waren im Wert von total 676 Millionen Franken (siehe Grafik). Den Grosshandel mitgerechnet, macht Online bereits fast 10 Prozent des Verkaufsumsatzes aus. Das bedeutet: Coop nimmt fast jeden zehnten Franken im Gross- und Detailhandel aus Bestellungen ein, die auf einem PC, Tablet oder Smartphone aufgegeben wurden.

Doch der Onlineboom hat seine Tücken, denn das Wachstum setzt dem herkömmlichen Ladengeschäft zu. Der Kuchen wird nicht grösser, bloss die Verkaufskanäle verschieben sich. Die Hausmarke Betty Bossi mit ihren Fertiggerichten für den ­Mikrowellenherd etwa kommt in den Läden auch darum nicht mehr so recht vom Fleck, weil Coop@home ebenfalls Convenience-Menüs anbietet. Auch die Kulinarikplattform Fooby gräbt ihr etwas Wasser ab. Zum Gewinn trägt das Onlinegeschäft mit den Nahrungsmitteln indes noch wenig bei. Gemäss Sutter schaute bei der Plattform Coop@home eine schwarze Null heraus.

Nach Produktgruppen betrachtet, läuft nebst der Heim­elektronik das Biogeschäft wie geschmiert. «Wir haben den Biomarkt zum Erfolg geführt. Alle anderen sind Trittbrettfahrer», erklärte Coop gestern selbst­bewusst. Als Trittbrettfahrer betrachte man die Migros, die weniger auf Bio setzt. Dafür haben die Migros-Kunden, die keinen Wert auf Labels für naturnah produzierte Ess- und Trinkwaren legen, die grösseren Chancen, in den Verkaufsregalen fündig zu werden. Bei Coop müssen Biomuffel immer länger suchen.

Der Umsatz mit den Naturaplan-Produkten stieg bei Coop im vergangenen Jahr rund 13 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken. Gemäss Marketingchef Philipp Wyss hat sich Coop zum Ziel gesetzt, bis in sieben Jahren die 2-Milliarden-Marke zu knacken. Für Coop-Chef Sutter ist Bio die «zentrale Differenzierung» in einem harten Markt. Neben dem strengen Knospe-Label der Organisation Bio Suisse verkauft Coop seit zwei Jahren auch Produkte mit dem strengeren Demeter-Biolabel. Der Ausbau des Bio­sortiments geht in diesem Jahr weiter: Coop präsentierte bereits die beiden neuen Naturaplan-­Linien Schweizer Superfood sowie Bauer und Handwerk. Erweitert werden zudem die noch jungen Linien Bio Regio und Heroes.

Über alle Produkte hinweg betrachtet, legte das Standbein Detailhandel 2017 nach einem leicht rückläufigen Vorjahr wieder zu: Der Nettoerlös stieg um 1,4 Prozent auf 17,4 Milliarden Franken. Coop leidet, wie die ­andern Schweizer Detailhändler, unter dem starken Franken und dem entsprechenden Preisdruck. Sutter bezifferte die kumulierten Preisreduktionen des zurückliegenden Jahres auf 40 Millionen Franken. Das zweite Coop-Standbein, Grosshandel und Produktion, legte um 6,2 Prozent auf 13 Milliarden Franken zu. Auf die Transgourmet-Gruppe entfielen davon 9,1 Milliarden, während die Produktionsbetriebe 4,3 Milliarden beisteuerten.

Zu diesem Standbein zählen Gastro-Weinhändler wie Riegger oder das gekaufte Tessiner Weinhaus Zanini-Vinattieri und Plattformtechnologie-Firmen wie Gastronovi. Letztere bietet Gastwirten eine Cloud-Software von der Warenwirtschaft über Kasse bis hin zu Tischreservation an. Coop verfügt über flüssige Mittel von 722 Millionen Franken. Sie bieten gemäss Sutter genügend Raum für weitere Zukäufe.

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