Pferdefleisch-Skandal
Coop entfernt Lasagne aus den Tiefkühlregalen

Der europaweite Skandal um Pferdefleisch ist in der Schweiz angekommen: Die Lasagne einer Coop-Eigenmarke stammt von einem betroffenen Hersteller. Coop will weitere Produkte prüfen. Und auch die kantonalen Labors überprüfen bereits über 60 Produkte.

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Haben auch Schweizer Konsumenten Produkte mit Pferde- statt Rindfleisch gegessen? Auszuschliessen ist das nicht. Denn die Lasagne einer Coop-Eigenmarke stammt von Comigel, dem Hersteller aus Frankreich, dessen Produkte in Grossbritannien Pferdefleisch beinhalteten. Coop hat laut «Tages-Anzeiger» nun reagiert und die Lasagne vorsorglich aus den Tiefkühlregalen entfernt.

«Die Abklärungen laufen, ob und inwieweit die Ware falsch deklarierte Fleischsorten enthielt», erklärt Coop-Sprecher Urs Meier. Coop führe zudem Stichproben bei weiteren Produkten durch - nur um auf Nummer sicher zu gehen, so Meier.

Keine Probleme bei Aldi und Migros

Migros dagegen hat bisher keinen Grund zu reagieren, wie das Unternehmen ausrichten lässt. Aldi, das in Grossbritannien vom Skandal betroffen ist, hat die betroffenen Produkte in seinen Schweizer Filialen nicht im Sortiment.

Trotzdem werden inzwischen in mehreren kantonalen Labors Dutzende von Produkten untersucht. Das Kantonale Labor Bern überprüft 30 verschiedene Proben von Fertiglasagne aus sämtlichen Grossverteilern. Im Aargau werden ebenfalls 30 Proben von Fleischsaucen und Hamburgern überprüft, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Bis Ende Woche sollen die Ergebnisse vorliegen.

Resultate bis Ende Woche

Der Vertreter des Kantonalen Labors Bern bezeichnet die Aktion als «aussergewöhnlich». Er geht von einem «gezielten Betrugsversuch» aus, da in Grossbritannien bis zu 100 Prozent Pferdefleisch in den Proben gefunden wurden. Er sei erstaunt, sagte er der Zeitung weiter, dass es innerhalb der EU zu einem solchen Fall gekommen sei. Schliesslich würden die gleichen Regeln gelten wie hierzulande.