Coop führt wegen Corona-Virus ab Montag grossflächig Home Office ein – mit einer Einschränkung

Grossverteiler wie Coop reagieren auf die Corona-Krise. Ab Montag arbeiten viele Mitarbeiter zu Hause. Allerdings mit einer Einschränkung.

Benjamin Rosch
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Die Glasfassade eines Coop-Tankstellenshops in Willisau.

Die Glasfassade eines Coop-Tankstellenshops in Willisau.

Bild: Nadia Schärli, 3. November 2018

Die Bilder aus Italien mit leergeräumten Supermarkt-Regalen gingen um die Welt. In der Schweiz seien Versorgungsengpässe kein Problem, berichteten Sprecher von Coop und Migros am Freitag unisono. Damit das auch in Zukunft so bleibt, greift Coop zu einem nächsten Schritt: Ab Montag darf jeder Dritte Mitarbeiter in der Administration von zu Hause aus arbeiten. Dabei hatte Home Office bei Coop bislang nicht einen besonders hohen Stellenwert, berichten Mitarbeiter. Ähnlich klingt es auch auf der Business-Bewertungsplattform Kununu.

Coop ergeht es wie vielen Betrieben in dieser dynamischen Zeit. Noch am Donnerstagabend wurden Gesuche für ein flexibles Arbeiten abgelehnt, wie Recherchen dieser Zeitung ergaben. Damals galt noch die Mitarbeiterinformation vom 10. März, dass nur gefährdete Personen auf diese Massnahme zurückgreifen dürfen. «Coop hat die Regelung zu Home Office gestern Abend ausgeweitet», berichtet eine Mediensprecherin des Grossverteilers auf Anfrage am Samstag.

Die Abteilungsleiter wurden gestern Abend informiert, dass einem Drittel aller Mitarbeitenden der Administration Home Office ermöglicht wird. «Die Information wird am kommenden Montagvormittag flächendeckend an alle Mitarbeitenden kommuniziert», schreibt die Medienstelle weiter. Wer zu diesem Drittel gehört, würden die Vorgesetzten fair entscheiden.

Pro Person und Woche maximal zwei Tage zu Hause

Coop hat eine Taskforce zur Bewältigung der aktuellen Krisensituation einberufen. Diese hat eine Priorisierung der Mitarbeitenden vorgenommen: Zuoberst stehen die gefährdeten Personen, dann jene mit langen Pendlerwegen. Es gilt allerdings eine Einschränkung: Pro Person und Woche darf maximal zwei Tage zu Hause gearbeitet werden.

Eltern, die im Zuge der Schulschliessung ihre Kinderbetreuung organisieren müssen, erhalten dafür drei bezahlte Tage. «Sollte jemand in dieser Zeit noch keine Alternative gefunden haben, suchen wir gemeinsam nach individuellen Lösungen», so die Medienstelle. Coop ist einer der grössten Arbeitgeber der Schweiz mit fast 90'000 Mitarbeitenden bei über 77'000 Vollzeitstellen. Alleine am Hauptsitz in Basel sind über 1200 Personen beschäftigt.