Corona
Novartis-Chef Vas Narasimhan zum Impfdeal: «Wir werden substanzielle Mengen liefern können»

Bei der Produktion ihres Impfstoffes gegen Corona erhalten die Unternehmen Pfizer und Biontech Hilfe des Basler Pharmakonzerns. Letzterer wird seine Anlagen in Stein AG zur Verfügung stellen, wie der Konzernchef im Interview sagt.

Andreas Möckli
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Der 44-jährige Vas Narasimhan ist aktiv auf verschiedene Firmen zugegangen, um ihnen Hilfe bei der Impfstoff-Produktion anzubieten.

Der 44-jährige Vas Narasimhan ist aktiv auf verschiedene Firmen zugegangen, um ihnen Hilfe bei der Impfstoff-Produktion anzubieten.

BLOOMBERG

Novartis hat mit den Firmen Pfizer und Biontech einen Vertrag unterzeichnet. Das Basler Unternehmen wird den Impfstoff-Wirkstoff der beiden Unternehmen in Grossbehältern übernehmen und unter sterlien Bedingungen in Injektionsflaschen abfüllen. Diese gehen dann an die beiden Hersteller zurück und werden anschliessend weltweit verteilt.

Warum hat sich Novartis überhaupt dazu entschlossen, Produktionskapazitäten zur Herstellung von Corona-Impfstoffen anzubieten?

Vas Narasimhan: Wir produzieren jährlich rund 70 Milliarden Dosen Medizin und sind einer der grössten und technisch am breitesten abgestützten Produzenten. Wir verfügen über Herstellungskapazitäten und haben eine Verantwortung, diese rasch nutzbar zu machen.

Wurden Sie angesprochen oder sind Sie direkt an Hersteller wie Pfizer/Biontec herangetreten?

Wir sind aktiv auf verschiedene Firmen zugegangen, um zu diskutieren, wie wir die Herstellung von Impfstoffen unterstützen können, um die Pandemie zu bewältigen.

Wie schnell können Sie die Produktion in Stein hochfahren?

Wir beginnen am Montag die Anlagen in der Schweiz vorzubereiten und wir planen ab April mit der Produktion zu beginnen.

Welche Mengen sind zu erwarten, die Novartis in den nächsten Monaten produzieren könnte?

Die letzten Details über die Produktionsmengen müssen noch mit Biontech geklärt werden. Wir werden aber substanzielle Mengen liefern können.

Wie sieht es mit dem behördlichen Genehmigungsprozess aus, den solche Produktionsanlagen durchlaufen müssen? Sind Sie zuversichtlich, dass Sie die erforderlichen Genehmigungen rechtzeitig erhalten werden?

Unsere Mitarbeitenden und Anlagen in Stein sind für diese Technologien vorbereitet und die Zusammenarbeit mit den Behörden ist gut. Wir erwarten keine Probleme.

Wie viele Anlagen in Ihrem Produktionsnetzwerk wären für die Produktion von Impfstoffen geeignet?

Das kann ich so nicht beantworten. Wir arbeiten aber daran, weitere Vereinbarungen zu treffen, um die Produktion von wichtigen Zusatzstoffen, Therapeutika und Abfüllung von Impfstoffen zu übernehmen. Grösstenteils in Europa, aber auch in Asien.

Das Interview wurde schriftlich geführt.