Coronakrise: Hier gibts kostenlose Rechtsberatung für KMU und Privatpersonen

Neue Plattform «Legal Solidarity» listet Anwaltskanzleien auf, die Kleinunternehmen unterstützen wollen.

Maurizio Minetti
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Kantonsgericht Zug.

Kantonsgericht Zug.

Stefan Kaiser

Tausende KMU landesweit kämpfen mit den Folgen der Coronakrise. Oft müssen sie sich auch mit Rechtsfragen auseinandersetzen; etwa bei Streitigkeiten um die Bezahlung der Geschäftsmiete oder bei Auseinandersetzungen um laufende Verträge. Verschiedene Anwaltskanzleien haben nun eine neue Initiative gestartet, um jenen zu helfen, die wegen der ausserordentlichen Situation dringend Rechtsberatung benötigen. Unter campaign.legal-solidarity.ch findet man Schweizer Anwaltskanzleien, die kostenlose Rechtsberatung für KMU und Privatpersonen anbieten.

Die Plattform «Legal Solidarity» ist eine private Initiative von Adrian Peyer aus Meggen, der in der Rechtsabteilung einer Zürcher Versicherung arbeitet. «Die Kanzleien bieten zum Beispiel an, Personen 30 Minuten lang am Telefon gratis Auskunft zu erteilen. Oder sie können ihr Anliegen oder ihre Fragen per E-Mail an die Kanzlei senden und die Kanzlei antwortet dann kostenlos», sagt Peyer. In vielen Fällen reiche dies aus, um den betroffenen Personen zu helfen, sich in dieser schwierigen Zeit zurecht zu finden beziehungsweise zu verstehen, was sie aus rechtlicher Sicht zu beachten haben, sagt Peyer.

Neun Anwaltskanzleien sind bislang aufgelistet, darunter zum Beispiel die in Zug tätige MME oder Bär & Karrer aus Zürich. So stehen etwa MME-Anwälte jeden Dienstagnachmittag für kostenlose Besprechungen von einfachen Rechts- und Steuerfragen für 15 bis 30 Minuten pro Anfrage zur Verfügung.

Auch die Luzerner Kanzlei für Rechts- und Wirtschaftsberatung Domenghini & Partners macht mit. Anwalt Federico Domenghini sagt zur Initiative: «Da die KMU nicht nur unsere Hauptklientel sind, sondern die wichtigste tragende Säule der Schweizer Wirtschaft, erachten wir es als wichtig und notwendig, insbesondere Kleinunternehmen in dieser schwierigen Phase zu unterstützen. Würde man nichts unternehmen und lediglich egoistisch denken, dann würde die realistische Gefahr einer profunden Rezession bestehen, die uns lange beschäftigen würde. Ohne eine gegenseitige Unterstützung und ohne Solidaritätsgedanken werden somit die wirtschaftlichen Folgen noch schlimmer sein.»