Countdown hat begonnen

Kommentar

Thomas Griesser Kym
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Thomas Griesser.

Thomas Griesser.

Wenigstens wissen sie bei Opel jetzt, woran sie sind. Der Chef des neuen Besitzers Peugeot-Citroën (PSA), Carlos Tavares, will rasch Resultate sehen. 2020 soll der deutsche Autobauer wieder Gewinn schreiben – just in jenem Jahr, in dem die Abkommen mit den Gewerkschaften ablaufen. Verfehlt Opel die Vorgabe, dürften Stellen abgebaut und Werke geschlossen werden.

Vier Jahre sind keine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass Opel unter der Führung von General Motors seit 17 Jahren defizitär ist. Zwar haben die Deutschen die Qualitätsprobleme vergangener Dekaden überwunden; die Autos sind besser, die Absatzzahlen zeigen sachte aufwärts. Aber auf einen grünen Zweig ist Opel nicht gekommen. Daran sind die Amerikaner mit schuld, weil sie Opel von Märkten wie Nordamerika oder China ferngehalten haben, um ihren eigenen Marken interne Konkurrenz vom Leib zu halten.

Nun darf Opel auf eine bessere Zukunft hoffen. PSA gilt als gut gemanagt, hat jüngst einen Milliardengewinn verbucht und zeigt, dass der Konzern verschiedene Marken unter einem Dach führen kann. Als Massenhersteller liegt der Versuch nahe, Marktanteile über noch grössere Volumen zu gewinnen.

Schiere Grösse kann freilich nicht die alleinige Antwort sein. PSA und Opel, deren Autos vor allem in Europa fahren, müssen ihr Geschäft internationalisieren. In ihren Massenmärkten sehen sie sich zudem von Renault, Fiat oder den Japanern herausgefordert. Zu den Gewinnern zählen wird, wer Lösungen entwickelt punkto schärferer Umweltauflagen, Elektromobilität, autonomen Fahrens. Oder, wie Tavares sagt: «Das Einzige, was uns schützt, ist Leistung.»

Thomas Griesser Kym

wirtschaft@luzernerzeitung.ch