Ramschpapiere
CS soll isländische Ramschpapiere verkauft haben

Die Credit Suisse hat offenbar ihrer Kundschaft Papiere der späteren isländischen Pleite-Bank Kaupthing mit dem Hinweis auf die «höchste Sicherheitsstufe» verkauft. Nun drohen der Grossbank Klagen.

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Credit Suisse

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Keystone

2006 gab die Credit Suisse ein Wertpapier auf die Kaupthing-Bank heraus, welches dem isländischen Geldinstitut zu Geldbeschaffung diente. Dabei soll die Bank ihren Kunden versichert haben, dass die Anlage absolut sicher sei. Dies schreibt das Schweizer Fernsehen auf seiner Homepage in einer Vorabmeldung zu einem «Rundschau»-Bericht vom Mittwoch.

Heute ist das von den CS-Kunden investierte Geld grösstenteils weg – und die Crédit Suisse muss mit einer Klagenwelle rechnen. Kleinanleger wollen sich organisieren, um die CS für Beratungsfehler haftbar zu machen, heisst es in dem Bericht.

«Ich habe mündelsichere Anlagen gewollt, weil ich der CS gesagt habe, das sind meine Reserven, die brauche ich für meinen Lebensabend. Die CS hat mir versprochen, das Geld ist sicher», sagte ein Kunde gegenüber der «Rundschau».

Prozesschancen gering

Ein weiterer Kunde habe von seinem ehemaligen Bankberater erklärt bekommen, die Anlagen hätten höchste Sicherheitsstufe.

Das Schweizer Fernsehen zitierte einen Experten, der betonte, dass grundsätzlich der Kunde für Anlagerisiken verantwortlich sei. Aber: «Wenn ein Bankberater einem Kunden rät, 70 Prozent des Vermögens in ein einziges Produkt anzulegen, ist das ein Beratungsfehler.»

Die Prozesschancen der Kleinanleger dürften dem Bericht zufolge allerdings gering sein. (bau)