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CYBERSICHERHEIT: «Guten Morgen, digitale Welt»

Weltweit sind Milliarden Computer, Tablets, Smartphones und Laptops von Sicherheitslücken in den Prozessoren betroffen. Passwörter können ausgelesen und Verschlüsselungen umgangen werden.
Stefan Borkert
Der Chiphersteller Intel hat zugegeben, dass es ein Sicherheitsproblem bei den Prozessoren gibt. (Bild: James Looker/Getty)

Der Chiphersteller Intel hat zugegeben, dass es ein Sicherheitsproblem bei den Prozessoren gibt. (Bild: James Looker/Getty)

Stefan Borkert

Gleich zwei Sicherheitslücken schütteln die Tech-Welt so richtig durch. Forscher nennen sie Meltdown und Spectre. «Guten Morgen, digitale Welt. Der Chip selbst wird zum Trojaner», kommentiert Andreas Wiebe von der Schweizer Softwareschmiede Hulbee. Das Besondere ist: Daten stehlen, Passwörter auslesen oder Verschlüsselungen aushebeln geht nun auch über den Computerchip. Und das gilt auch für 20 Jahre alte Rechner – es geht um Milliarden von Geräten.

Branchenriese Intel liess mitteilen, es werde zusammen mit anderen Firmen nach Lösungen gesucht. Konkurrent AMD bestritt zunächst, betroffen zu sein. Die Forscher, die die Sicherheitslücke identifiziert haben, sehen das allerdings anders. Und Prozessorhersteller ARM gab zu, einige Produkte seien betroffen.

Fieberhaft wird unterdessen an Updates gearbeitet. Microsoft hat ein Notfallupdate bereitgestellt. Offenbar ist das Problem schon ein halbes Jahr bekannt, und die Chiphersteller wollten erst informieren, wenn eine Lösung verfügbar ist. Immerhin gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass die Schwachstelle ausgenutzt wurde. Allerdings hinterlassen eventuelle Angriffe von Hackern praktisch keine Spuren.

Sicherheitsupdates installieren

Die eigentliche Schwachstelle ist der sogenannte Cache. Hier werden Daten hinterlegt, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Softwareexperte Wiebe erklärt, dass der Chip auf die Cache-Daten zugreift. In ihm werden Daten des Benutzers zwischengespeichert. Was also kann dieser tun, um sich zu schützen? «Die beste Lösung ist, auf der Hut zu sein und Passwörter und sensible Daten nicht auf dem PC, dem Handy und so weiter zu speichern.» Er rät als Erstes, zunächst den Cache-Speicher zu leeren, und zwar ohne Internetanschluss. Zudem sollten Passwörter handschriftlich an einem sicheren Ort abgelegt werden, keinesfalls auf einem Rechner, einem Handy oder einem Tablet. «Das grösste Risiko hier ist der Nutzer selbst.» Der Chip speichere alles, was aktuell an Vorgängen im operativem System getätigt werde, so auch ein kopiertes Passwort zum Beispiel.

Die eigentliche Schwachstelle können Nutzer nicht beseitigen, schliesslich steckt sie tief im Prozessor drin. Noch dringender als ohnehin sollten die Anwender darauf achten, dass sie alle verfügbaren Sicherheitsupdates auf allen Geräten installieren und die genutzte Software auf dem aktuellen Stand halten. Doch Wiebe warnt: «Updates sind zwar wichtig. Sie helfen aber kaum, wenn der Nutzer schusselig mit den eigenen Daten umgeht.»

Unterdessen haben Microsoft, Amazon und Google gemeldet, ihre Cloud-Dienste seien abgesichert. Die Sicherheitsstelle für IT bei der US-Regierung empfiehlt einen Austausch der Prozessoren, denn die Sicher-heits­lücke habe mit der Chiparchitektur zu tun. Greifen die Massnahmen gegen die Lecks, wird der Computer womöglich etwas langsamer. Zunächst war von bis zu 30 Prozent die Rede. Allerdings werden es in der Praxis wohl deutlich weniger sein. Nach Einschätzung von Experten fallen die Performance-Einbussen kaum ins Gewicht.

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