Novartis publiziert Chefsaläre
Daniel Vasella kassierte nochmals 8,1 Millionen Franken

Das Salär war auch 2013 imperial: Für die zwei Monate dauernde Tätigkeit als Verwaltungsratspräsident von Novartis erhielt Daniel Vasella 2,98 Millionen und für Beratungsdienstleistungen bis im vergangenen Oktober weitere 5,1 Millionen Franken.

Von Roman Seiler
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Daniel Vasella: Nochmals gut 8 Millionen

Daniel Vasella: Nochmals gut 8 Millionen

Seinen letzten Arbeitstag als Präsident des Verwaltungsrats (VR) beim Basler Pharmakonzern Novartis hatte Daniel Vasella am 22. Februar 2013. Seit heute weiss die Öffentlichkeit, wie viel Geld er für knapp zwei Monate erhalten hat. Es sind laut Geschäftsbericht 2,98 Millionen Franken. Davon belaufen sich die Vorsorgeausgaben sowie «ein einmaliger Pensionsbeitrag» auf 1,6 Millionen Franken. Zum Vergleich: Sein Nachfolger Jörg Reinhardt trat sein Amt anfang August an. Dessen Vergütung bis Ende Jahr beläuft sich auf 1,9 Millionen Franken.

Nur: Das fürstliche Honorar als VR-Präsident ist längst nicht alles, was Vasella im vergangenen Jahr kassiert hat. Darauf verweist eine Fussnote unter der Tabelle der VR-Gehälter auf Seite 128 des Geschäftsberichts. Zwei Seiten weiter vorne ist unter der Rubrik «Entschädigung des VR-Präsidenten» vermerkt, was Vasella nach seinem Rücktritt in den Monaten März bis Oktober bezahlt worden ist. Während dieser Zeit habe Vasella VR-Mandate bei Tochterfirmen von Novartis wahrgenommen sowie den intermistischen VR-Präsidenten und seinen Nachfolger beratend unterstützt. Die Entschädigungen für diese Tätigkeiten summieren sich auf 5,1 Millionen Franken. «Die Vergütung für die Übergangszeit bis zum Antritt des neuen VR-Präsidenten ist sehr hoch», kommentiert der Gründer des Vermögensverwalters zCapital, Gregor Greber, der sich für die Einhaltung der Regeln für eine gute Geschäftsführung einsetzt. Davon wurden 2,7 Millionen Franken in bar ausbezahlt. «Fragwürdig» sei, so Greber, dass Vasella auch mit Aktien im Gegenwert von 2,2 Millionen Franken abgegolten worden sei. Und er kritisiert: «Wir stören uns auch an etlichen exotischen Vergütungen für Steuer- und Rechtsberatungen.»

Vasella dürfte seit seinem Amtsantritt als CEO von Novartis im Jahr 1996 bis Ende 2012 rund 380 Millionen Franken verdient haben. Er ist nun Ehrenpräsident von Novartis. Dafür erhält er nicht nur «administrative Unterstützung», auch für seine Sicherheit ist gesorgt. Das sei nicht mehr zeitgemäss, sagt Greber. Vasellas Vorgänger Alex Krauer wird als Ehrenpräsident gemäss Geschäftsbericht mit 62 346 Franken entschädigt. Zudem kann Vasella bis 2016 für 25 000 Dollar pro Tag Manager des Konzerns coachen oder Reden halten. Garantiert sind ihm minimal für die Jahre 2014 bis 2016 je 250 000 Dollar pro Jahr.