Dank Corona zur Luxuskarosse: Zwei Zürcher Jung-Unternehmer verdienen Millionen mit Maskenverkauf

Zwei aus Zürich stammende Jungunternehmer werden dank dem Coronavirus zu Multimillionären. Ihr Geschäftsmodell: Sie beschafften Schutzmasken - auch für die Schweizer Armee. Doch es droht Ungemach. Der Luzerner Nationalrat Franz Grüter spricht von Wucherpreisen.

Larissa Gassmann
Drucken
Teilen
Dank Maskenverkauf zum Millionengewinn: Zwei gewiefte Zürcher Jungunternehmer Ländern verdienen während der Pandemie Millionen. (Archivbild)

Dank Maskenverkauf zum Millionengewinn: Zwei gewiefte Zürcher Jungunternehmer Ländern verdienen während der Pandemie Millionen. (Archivbild)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Mit dem Verkauf von Schutzmasken sind zwei Zürcher inmitten der Coronakrise offenbar zu Millionären geworden. Innerhalb kürzester Zeit nach Ausbruch der Coronapandemie haben die 22 und 23 Jahre alten Jungnternehmer nämlich über ihre in Zug angemeldete Firma Emix Trading GmbH das derzeit gefragte Material angeboten - und reissenden Absatz gefunden.

Schnell meldeten Behörden aus ganz Europa bei den beiden Unternehmern Kaufinteresse an. Seither haben die beiden unzählige Masken verkauft. Dabei können die Zürcher von ihren guten Kontakten nach China profitieren. Normalerweise verkaufen die beiden aus Asien stammende Softdrinks und Kosmetikartikel an Schweizer Detailhändler. Das grosse Geld machen sie heute mit Masken.

Laut der «SonntagsZeitung» konnten die Unternehmer seit Beginn der Krise bereits mehrere Millionen Franken verdienen. Auch die Schweizer Armee bediente sich gerne am Lager der beiden. Gegenüber der Internetseite «InsideParadeplatz» bestätigt eine Sprecherin des Militärdepartments, dass insgesamt zehn Millionen Hygienemasken und 500’000 FFP2-Masken erworben wurden.

SVP-Nationalrat Franz Grüter übt Kritik

Auch nach Deutschland, Frankreich und in die Benelux-Länder wurden die Masken der Zürcher geliefert, zahlreiche Länder tätigten Käufe. Dies zu einem Wucherpreis, glaubt man dem Luzerner SVP-Nationalrat Franz Grüter. Er fordert eine Aufklärung der Angelegenheit. Den Jungunternehmer selbst macht er mittlerweile keine Vorwürfe mehr. Viel eher störe er sich daran, dass der Bund zu teuer eingekauft und die Preise nicht verglichen habe, wie er gegenüber "20min" erklärt.

Die Armee wiederum dementiert diesen Vorwurf. «Die Armeeapotheke hat bei Emix zu Marktpreisen eingekauft», sagt eine Sprecherin des Verteidigungsdepartements gegenüber der «SonntagsZeitung».

«InsideParadeplatz» selbst zeigt auf, dass der ehemalige Wirtschaftsgymnasiast mit seinem Bekannten, einem ehemaliger KV-Lehrling, tatsächlich quasi über Nacht Millionen erwirtschaftet hat. Demnach kauften sich die beiden in Zeiten der Pandemie zwei Bentley Continental zum Preis von je 250'000 Franken. Die «SonntagsZeitung» meldet zusätzlich einem Ferrari F150, der 2,5 Millionen Franken kostet.

Um den Export der Masken aus China finanziell stemmen zu können, habe das Unternehmen zuvor kurzfristig drei Aktionäre angeworben. Zusätzlich habe man sich «aus der Liquidität, welche die Emix in den letzten Jahren erwirtschaftet habe», bedient. Das sagt der designierte Verwaltungsratspräsident der Emix Trading, Peter Ackermann. Den Hauptsitz der Firma haben die beiden Zürcher inzwischen vom Zürichberg nach Zug verlegt.