Feldschlösschen
Das EM-Bier aus der Schweiz

An der Fussball-Europameisterschaft herrscht in den französischen Stadien ein striktes Alkoholverbot. Davon profitiert die Schweizer Carlsberg-Tochter Feldschlösschen.

Andreas Schaffner
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Das alkoholfreie Feldschlösschen

Das alkoholfreie Feldschlösschen

zvg

Für echte Fussballfans ist klar: Ein Bier in der Hand gehört einfach zu einem Match. Kein Wunder, wird deshalb während der Europameisterschaft in Frankreich mit einem erhöhten Bierabsatz gerechnet. Dies führt bei der französsichen Brasserie Kronenbourg – eine Tochterfirma des Bierkonzerns Carlsberg – jedoch zu Kapazitätsengpässen.

Die Schweizer Carlsberg-Tochter in der Schweiz, Feldschlösschen, springt hier ein. Dies teilte das Unternehmen aus Rheinfelden mit. 30’000 Hektoliter «Carlsberg Alkoholfrei» und «Carlsberg Lager» werden nun im Feldschlösschen gebraut und anschliessend in 30-Liter-Fässern transportiert. Das Rheinfelder Bier wird schon seit Ostern gebraut und laufend nach Frankreich geliefert, sodass das Bier in genügender Menge bei den Fussballfans bereitsteht.

Für Feldschlösschen kommt der Zusatzauftrag aus Frankreich wie gerufen: In der Schweiz wird immer weniger Bier getrunken. Belastend auf das Ergebnis des Schweizer Branchenprimus wirken sich der starke Franken und der Einkaufstourismus aus. Entsprechend sind das Volumen und der Nettoumsatz der Schweizer Tochterfirma des dänischen Brauereikonzerns im vergangenen Jahr gesunken.

Schweizer Kompetenzzentrum

Wieso ist jedoch der EM-Auftrag an die teure Schweizer Tochter gegangen und nicht an die andere französische Carlsberg-Tochter Obernai im Elsass? Das hat damit zu tun, dass an der Fussball-Europameisterschaft, die am 10. Juni beginnt, neben einem Rauchverbot auch ein striktes Alkoholverbot herrscht. Stimmungsaufheiternde Getränke sind nicht nur in den EM-Austragungsorten untersagt, sondern auch im Umfeld der Stadien.

Innovation und Flexibilität

Hier kommen nun die Rheinfelder Bierbrauer ins Spiel: Feldschlösschen-Chef Thomas Amstutz hat in den vergangenen Jahren in der Schweiz ein konzernweites Kompetenzzentrum für alkoholfreies Bier aufgebaut. Dies sei für den Carlsberg-internen Standort-Entscheid ausschlaggebend gewesen. «Obschon wir in der Produktion teurer sind als unsere europäischen Schwestermarken, können wir uns dank Innovation und Flexibilität von ihnen abheben,» gab Amstutz gestern dem «Sonntagsblick» zu Protokoll.

Die Bier-Produktion in Rheinfelden läuft nun auf Hochtouren. Die Brauer sind sieben Tage die Woche im Einsatz.