Weihnachtseinkäufe
Das etwas andere Weihnachtsshopping

Die Wirtschaftskrise scheint sich im Solothurner Weihnachtsgeschäft nur im Kaufverhalten, nicht aber im Umsatz niederzuschlagen. Einhellig herrscht die Ansicht: «Auf hohem Niveau, gleich wie im Vorjahr». Und was wird gekauft? Der Trend geht zu Praktischem und bei Spielsachen weg von der Elektronik.

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Niklaus Stuber

Das letzte Jahr war ein ausgesprochen gutes Jahr, was das Weihnachtsgeschäft betrifft. Und dieses Jahr wird seinem Vorgänger nicht nachstehen, darin sind sich die Solothurner Geschäfte einig. Trotz Krise. Zwar seien die Einnahmen pro Einkauf tiefer als im vergangenen Jahr, die verkauften Stückzahlen dafür umso grösser.

Allerdings erwarten die Geschäfte vom heutigen Mittwoch noch den letzten Schub. «Die Feiertage liegen günstiger als im vergangenen Jahr», sagt Manor-Direktor Pierre Monferini. «Wenn der heutige Tag bezüglich Verkauf hält, was die bisherigen Verkaufstage versprochen haben, so bin ich sehr zufrieden.»

So einig sich die Befragten in der allgemeinen Beurteilung sind, so unterschiedlich werden die Sonntagsverkäufe gewertet. «Der Zweite schwach», «der Erste weniger gut», «beide etwa gleich»... das ergibt jedoch ein Endresultat, welches ebenfalls einhellig bestätigt wird: Die Sonntagsverkäufe sind etabliert, werden als gesellschaftliches Ereignis und Familienausflug benutzt - und haben den Geschäften in etwa den gleichen Umsatz beschert, wie in den Vorjahren.

Im Platzhirsch an der Gurzelngasse stellt Manor-Direktor Monferini fest: «Der eigentliche Weihnachstverkauf hat etwas später eingesetzt, auch die Stimmung ist später gekommen.» Dies führt er auf die Witterung, den warmen November zurück. Die Krise hingegen hat keine direkten Auswirkungen auf den Umsatz: «Man spürt sie schon. Es ist so, dass die Leute in einigen Bereichen mehr auf die Preise schauen.» Als Beispiel führt er die Parfümerie an, wo gegenüber den «Namen» eher die günstigeren Produkte verkauft werden.

Dass die Sonntagsverkäufe im Manor leicht unter dem letzten Jahr liegen erklärt sich Monferini durch die Möglichkeit der Konsumenten, einen Tag länger, eben heute Mittwoch, einkaufen zu können. Die Ferien und die Witterung haben das Ihre dazu beigetragen. Unter dem Tannenbaum werden dieses Jahr deutlich weniger elektronische Games und Programme liegen. «Bei den Spielwaren stellen wir deutlich fest, dass vermehrt wieder die klassischen Spielwaren gekauft werden.»

Zurück zu den guten alten Lego

Der Weihnachtsverkauf ist naturgemäss die hohe Zeit der Spielwarengeschäfte. Verena Holzer vom Spielparadies Bohnenblust macht in Sachen Trends die gleiche Feststellung: «Der Trend ist eindeutig: es geht zurück zum Kreativen.» Die guten alten Lego waren dieses Jahr der Verkaufsrenner und auch bei den Gesellschaftsspielen ist eine Zunahme zu verzeichnen.

Sonntagsverkäufe und das Weihnachtsgeschäft generell bewertet Holzer als positiv und «im Rahmen des Vorjahres». Ganz eindeutig stellt auch aber auch sie fest: «Der Kundenfranken ist nicht mehr so hoch.»

Natalino Argese spürt die gleiche Tendenz: «Weniger Umsatz pro Kunde, dafür höhere Stückzahlen», stellt der Leiter des Kleider-Warenhauses Voegele fest. In den Sonntagsverkäufen war ein «Einbruch am zweiten Sonntag feststellbar». Dafür sind die anderen Tage sehr gut gewesen und Argese hofft mit dem heutigen Mittwoch wieder aufholen zu können.

In einem ganz anderen Bereich mit speziellen Geschenkangeboten bewegt sich Urs Jeger, der bereits im Oktober und November eine deutliche Zunahme in den Verkäufen festgestellt hat. Über Alles gesehen läuft beim «Cherze-Jeger» das Weihnachtsgeschäft sogar «eher besser als im Vorjahr.» Die angebotenen Spezialitäten, die besonderen Genusssachen gegenüber der Massenware seien ausschlaggebend, mutmasst er.

Bei Jeger waren beide Sonntagsverkäufe gut, der zweite deutlich besser als der erste. Und einen Verkaufsschlager hat Jeger mit den «Elchen, die so hin und her plampen» gefunden. Im November war die erste Lieferung nach einer Woche ausverkauft und die zweite Lieferung reichte gerade mal für drei Tage.

Engel sind noch immer gefragt

«Nicht viel mehr als letztes Jahr, aber konstant gut.» Eliane Schumann verkauft in ihrem «Elly Creative» explizit Geschenke, besonders eben in den Festtagen. Und der Zeit gemäss «verkaufen wir sehr viele Engel». Fast identisch die Aussage von Anton Löffel, von der Drogerie Zeller. Abgesehen davon, dass er sehr zufrieden ist mit dem Verkauf - «wir liegen sogar leicht über dem Vorjahr» - ist es auch für ihn verblüffend, dass Engel nach wie vor der Renner sind: «Irgendwann hat man das Gefühl, der Markt müsse gesättigt sein. Dem ist aber nicht so.»

«Geistig Nahrung» wird in der Vino Thek und in der Buchhandlung Lüthy und Stocker zu Weihnachten besonders viel verpackt - in flüssiger Form in der Vorstadt, als Buch an der Gurzelngasse. Single Malt Whiskeys stellt Elisabeth Schori als Verkaufsschlager fest, Dan Brown und Kochbücher sind es für Fred Stähli und sie beschliessen den Reigen mit dem Grundtenor: «Ein gutes Weihnachtsgeschäft, besonders wenn der heutige Mittwoch noch stimmt.»