Exklusiv-Porträt
Das ist die neue Chefin von Ikea in der Schweiz

Die Italienerin Simona Scarpaleggia leitet die Schweizer Geschäfte des schwedischen Möbelhauses.

Sabina Sturzenegger
Merken
Drucken
Teilen

Im Gewusel der Menschen, die sich am Mittag im Ikea-Restaurant in Spreitenbach verpflegen, geht sie fast unter: Simona Scarpaleggia (50), Landeschefin von Ikea Schweiz, ist eine zierliche Person. Sie ist klassisch gekleidet, dezent geschminkt, ihre halblangen Haare hat sie leicht aufgehellt, und selbst beim Gang durchs weitläufige Möbelhaus in Schuhen trägt sie hohe Absätze. Die gebürtige Römerin zeigt – ausgerechnet im Einrichtungshaus von Ingvar Kamprad, des wohl am schlechtesten gekleideten Milliardärs der Welt – italienische Stilsicherheit.

Wie aber fühlt sich die Italienerin, die zuletzt in der Hauptstadt Rom und der Designmetropole Mailand gelebt und gearbeitet hat, in der kleinen Schweiz, im unwirtlichen Industriegebiet von Spreitenbach? «Sehr gut», antwortet Scarpaleggia und fügt an: «Ich kenne Ikea seit Jahren, die Schweiz lerne ich gerade kennen.»

Ordnung und Effizienz

Zehn Jahre lang war Simona Scarpaleggia in leitenden Funktionen bei Ikea in Italien tätig, bevor sie im Mai mit ihren drei Kindern im Teenageralter in die Nähe von Zürich zog. Die Ordnung und die hohe Effizienz der Schweiz seien, wenn man aus der chaotischen Stadt am Tiber komme, schon auffallend. Ihr bestes Beispiel: «Hier kann ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, ohne ein Wort Deutsch zu verstehen.»

Der Unterschied zwischen italienischen und schweizerischen Ikea-Kunden sei allerdings nicht gross, ist Scarpaleggia überzeugt: «Unsere Kunden verlassen sich alle auf das ‹demokratische› Design, die hohe Funktionalität, die gute Qualität und den günstigen Preis.» Es sei daher ihr Job, die Versprechen des schwedischen Konzerns einzulösen: «Wir müssen weiter wachsen und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis aufrechterhalten.»

Als Chefin von Ikea Schweiz will Scarpaleggia möglichst nahe bei den Menschen sein. «Statistiken ersetzen das direkte Gespräch mit den Leuten nicht», ist sie überzeugt. Ikea-Gründer und -Besitzer Kamprad muss seine helle Freude an der Italienerin haben. Auch er, Kamprad, habe den Fokus immer auf den Menschen gerichtet, sagt Scarpaleggia, die ihn persönlich kennt.

Solarlampe und Stoffgemüse

Die Chefin, die in einem Mix aus «Ikea, Antiquitäten und Designerstücken» lebt, kennt aber auch praktisch jedes der rund 9000 Produkte im Einrichtungshaus. Zu ihren Favoriten gehören der einfache Beistelltisch Lack, der für weniger als 10 Franken zu haben ist. Dann die Solarlampe Sunnan, die – notabene – vom Schweizer Nicolas Cortolezzis entworfen wurde, der Sessel Poäng, ein ähnlicher Dauerbestseller wie das Bücherregal Billy, sowie das Kinderspielzeug Duktig, ein aus Stoff bestehendes Esswaren-Set. Letzteres hätte sie am liebsten selbst: «Als Italienerin denke ich halt immer gern ans Essen.»