HIer spricht der Chef
Das Praktikum als Casting für den Berufsstart

Jung soll er sein, über eine Top-Ausbildung verfügen, langjährige Erfahrung mitbringen, ein Team geführt haben und eine Zeit im Ausland verbracht haben.

Rolf G. Schmid*
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Das Praktikum als Casting für den Berufsstart

Das Praktikum als Casting für den Berufsstart

Sprachgewandtheit, Sportlichkeit und geringe Lohnerwartungen sind weitere Kriterien, die in gängigen Stellenanzeigen zu finden sind.

Natürlich passen all diese Anforderungen nicht zusammen. Direkt von der Uni oder aus der Lehre kommen und bereits Berufserfahrung mitbringen? Der gesuchte Angestellte ist die urbane Version der eierlegenden Wollmilchsau. Das Resultat: Frisch ausgebildete Arbeitskräfte voller Tatendrang und Hoffnung finden keine Anstellung. Desillusionierung, Frust und Depressionen sind die Folge.

Was können wir als Unternehmen gegen diesen Missstand tun? Viel! Wir können Chancen bieten, Erfahrungen vermitteln. Wir können und müssen dem Nachwuchs die Türen zur Berufswelt öffnen. Wie? Wir von Mammut beschäftigen jedes Jahr bis zu 20 Praktikanten, die für 6 bis 12 Monate bei uns arbeiten und erste Erfahrungen sammeln. Sie lernen die Arbeitswelt kennen und können erste Projekte selbstständig betreuen, ohne einem grossen Leistungsdruck ausgesetzt zu sein, denn die Erwartungen des Arbeitgebers sind entsprechend dem Praktikumslohn nicht allzu hoch. Dennoch verdienen die Praktikanten gerade genug, um über die Runden zu kommen. Den Praktikanten wird so ein Einstieg ins Berufsleben und damit die Chance geboten, sich zu beweisen.

Was wir davon haben? Wir kommen in den Genuss extrem motivierter, gut ausgebildeter, neugieriger Mitarbeiter, die sehr viel Einsatz zeigen und fast ausschliesslich gute Leistungen erbringen. Was ihnen an Erfahrung fehlt, machen sie mit Motivation und Fleiss wett. Zudem haben wir die Chance, die besten Praktikanten nach Ablauf des Vertrages fest einzustellen. Wir rekrutieren jährlich etwa ein Drittel davon – kann man sich ein besseres Auswahlverfahren vorstellen?

Das Ergebnis ist eine Win-win-Situationfür die Mitarbeiter und für das Unternehmen. Ausserdem kann auf diese Weise dem Arbeitslosenproblem unter jungen Menschen die Stirn geboten werden, ohne dass die Arbeitslosenversicherung und/oder andere soziale Institutionen zur Kasse gebeten werden.

*Rolf G. Schmid ist CE der Mammut Sports Group, Seon