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DATEN-SKANDAL: Facebook will Vertrauen zurückgewinnen

Konzernchef Mark Zuckerberg bemüht sich um Schadensbegrenzung. In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme im Wirbel um den Missbrauch von Nutzerdaten verspricht er Besserung.
Renzo Ruf, Washington
Wer liest auf Facebook mit? Der Datenskandal erschüttert das grösste soziale Netzwerk der Welt. (Bild: Getty)

Wer liest auf Facebook mit? Der Datenskandal erschüttert das grösste soziale Netzwerk der Welt. (Bild: Getty)

Renzo Ruf, Washington

Nachdem er lange geschwiegen hatte, nahm Konzernchef Mark Zuckerberg gestern erstmals zu den negativen Schlagzeilen der vergangenen Tage Stellung. «Wir tragen die Verantwortung, Ihre Daten zu beschützen, und falls wir das nicht tun, dann verdienen wir es nicht, Ihnen zu dienen», schrieb Zuckerberg in einem längeren Meinungsbeitrag, der – wo auch sonst – auf Facebook veröffentlicht wurde. Und weiter: «Wir haben Fehler gemacht», aber er habe auch herausgefunden, dass die Hintertüre, über die sich das britische Beratungsunternehmen Cambridge Analytica Millionen von Nutzerdaten beschafft habe, bereits vor Jahren geschlossen worden sei.

Zuckerberg versprach zudem, dass er solche Missbräuche künftig verhindern, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und die Nutzer schneller über allfällige Probleme informieren wolle.

Erklärung stoppt Talfahrt der Aktie

Diese etwas vage Ankündigung wurde von den Börsianern in New York, die sich trotz des Wintersturms an der Ostküste an der Arbeit befanden, mit Erleichterung aufgenommen. Der Kurs der Facebook-Aktie, der sich am Montag und Dienstag an der Technologiebörse Nasdaq auf Talfahrt befunden hatte, erholte sich kurz vor Handelsschluss und stieg um 0,7 Prozent. Allerdings reichte diese Entwicklung nicht aus, um die gesamten Verluste der vergangenen Tage wettzumachen.

Dies lässt sich auch mit dem anhaltenden politischen Druck erklären, der auf Facebook lastet. Gleich sechs Kommissionen des Senats und des Repräsentantenhauses wollen Auskunft darüber, wie Millionen von Facebook-Nutzerdaten in die Hände des britischen Beratungsunternehmens Cambridge Analytica geraten konnten. Viele Demokraten hegen den Verdacht, dass der Republikaner Donald Trump seinen knappen Wahlsieg im November 2016 illegalen Vorgängen zu verdanken hat.

Wichtiger für Facebook könnten aber die Auswirkungen des Skandals auf den amerikanischen Datenschutz sein. Das soziale Netzwerk, heisst es in der Branche, habe externen Software-Entwicklern zu lange freimütig Zugriff auf Nutzerdaten gewährt. Ein Bonmot im Silicon Valley lautet: Die Nutzer von Facebook sind nicht Kunden, sondern – dank den Rückschlüssen, die sie auf ihr Privatleben zulassen – das eigentliche Produkt.

Es drohen Bussen und Schadenersatzklagen

In diesem Zusammenhang sind auch die Ermittlungen der FTC (Federal Trade Commission) in Washington zu verstehen. 2011 schloss die Konsumentenschutzbehörde ein Abkommen mit Facebook und verpflichtete den Konzern dazu, dem Datenschutz mehr Beachtung zu schenken. Sollte die FTC nun zum Schluss kommen, dass Facebook gegen diese Vereinbarung verstossen hatte, droht eine Busse in Millionenhöhe. Und zivile Schadenersatzklagen. Bereits sind vor Bundesgericht zwei Sammelklagen von Facebook-Nutzern und -Aktionären eingereicht worden.

Solche Klagen sind zwar in den USA nicht aussergewöhnlich und für einen Konzern, der im Jahr 2017 fast 16 Milliarden Dollar verdiente, verkraftbar. Sie könnten aber auf Umwegen dazu führen, dass Senat und Repräsentantenhaus die Aufsicht über die sozialen Medien ausbauen. Branchenbeobachter sagen allerdings, dass sich Facebook in den 14 Jahren seiner Existenz schon viele Male mit ähnlichen Skandalen konfrontiert gesehen – aber darunter nicht gelitten habe. Zuckerberg erklärte dies in der Vergangenheit mit «sozialen Normen», die sich stets weiterentwickelten. Will heissen: Datenschutz war früher, wenigstens in den Augen von Facebook.

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