Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DAVOS: Er freut sich auf Trumps Besuch

Gemeindepräsident Tarzisius Caviezel hat schon vieles erlebt: Nationalratsamt, HCD-Präsidium – und jetzt kommt vielleicht ein Treffen mit dem US-Präsidenten dazu.
Der Davoser Landammann Tarzisius Caviezel. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone)

Der Davoser Landammann Tarzisius Caviezel. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone)

Der Besuch von US-Präsident Donald Trump am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos versetzt das Land in Aufruhr. Schliesslich kommt es nicht alle Tage vor, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, gemeinhin als mächtigster Mann der Welt bezeichnet, die Schweiz mit einer Visite beehrt. Dass mit Donald Trump ein äusserst umstrittener Mann das wichtige Amt innehat, beschleunigt die Aufregungsspirale zusätzlich. Während linke Kreise bereits zu Demonstrationen aufrufen und fordern, dass Trump die Einreise in die Schweiz verweigert werden muss, sondiert der Bundesrat, ob ein Treffen zwischen Bundespräsident Alain Berset und Donald Trump möglich sein wird.

Trotz Trump-Hype bleibt der Davoser Gemeindepräsident– im Landwassertal Landammann genannt – gelassen. Gegenüber verschiedenen Medien liess Tarzisius Caviezel in den letzten Tagen verlauten, dass er sich auf den hohen Besuch freue. «Donald Trump ist so willkommen wie alle anderen auch», sagte der FDP-Politiker dem SRF. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» zeigte sich Caviezel zudem überzeugt davon, dass «die Sicherheitskräfte die Lage gut meistern werden. So wie sie das schon letztes Jahr beim Besuch von Chinas Staatschef Xi Jinping, dem zweitmächtigsten Mann der Welt, geschafft haben.»

Caviezel ist kein unbeschriebenes Blatt. Der 63-Jährige sass zwischen 2007 und 2011 für die FDP im Nationalrat. Bei der Wahl 2011 wurde er Opfer der Atomkatastrophe in Fukushima, die den grünen Parteien in ganz Europa zu einem ungeahnten Aufschwung verhalf. Caviezels Sitz ging an einen Grünliberalen. Seither ist der Bündner Freisinn im Nationalrat nicht mehr vertreten. Die Wahlniederlage führte auch dazu, dass Caviezel ein anderes Amt aufgab: das Präsidium des HC Davos. Caviezel hatte den HCD während einer tiefen Krise übernommen. Er leitete eine Task-Force, die den sportlich erfolgreichen Dorfklub aus der finanziellen Misere führen sollte. Das Gremium um Caviezel fand einen Schuldenberg in Höhe von 3,6 Millionen Franken vor – es drohte der Zwangsabstieg. «Ein Riesenfiasko» habe sich damals beim HCD abgespielt, sagte Caviezel später. «Hätte ich gewusst, was auf mich zukommen würde, hätte ich einen Riesenbogen um diese Aufgabe gemacht.»

Doch Caviezel blieb bis 2011. Viermal wurde der HCD unter seiner Führung Schweizer Meister. Die Schuld an seiner Abwahl aus dem Nationalrat gab Caviezel zum Teil auch den HCD-Fans. «Sie haben mich zu wenig unterstützt. Ich durfte aber auch nicht erwarten, dass mich alle HCD-Fans wählen würden», sagte er nach seinem Rücktritt als HCD-Präsident der «Südostschweiz».

Seit 2013 ist Caviezel Landammann von Davos. Dank des WEFsteht der Bündner Ferienort mit seinen etwas mehr als 11000 Einwohnern einmal pro Jahr im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit. Die durch Trump noch einmal stark gesteigerte Aufmerksamkeit nimmt Caviezel nun gerne entgegen. Nur wenige Orte hätten die Chance, einmal eine solche Persönlichkeit bei sich zu haben, sagte er dieser Tage. Und vielleicht darf er dem Präsidenten sogar kurz die Hand schütteln.

Dominik Weingartner

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.