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Davoser Hotels: Der Gast macht den Preis

Während des WEF ist Davos ein teures Pflaster. Zumindest ein Onlinevergleich der Hotelangebote lässt diesen Schluss zu. Wie sich herausstellt, sind die Offerten aber vor allem auch davon abhängig, wer nachfragt
Raphael Bühlmann, Davos
Ein Hotelzimmer in Davos kostet derzeit zwischen 2500 und 9000 Franken – allerdings kommt es darauf an, wer fragt. (Bilder: Keystone/Pixabay.com; Montage: edi)

Ein Hotelzimmer in Davos kostet derzeit zwischen 2500 und 9000 Franken – allerdings kommt es darauf an, wer fragt. (Bilder: Keystone/Pixabay.com; Montage: edi)

Angebot und Nachfrage machen den Preis. Obschon einer der ältesten ökonomischen Grundsätze innerhalb des WEF-Kongresszentrums heuer etwas mehr infrage gestellt wird als auch schon – auf den Strassen von Davos scheint das Prinzip dieser Tage ziemlich ausgereizt. Wer gestern kurzentschlossen eine Nacht in der Bündner Bergstadt verbringen wollte, musste dafür mindestens 2500 Franken hinblättern, wie ein Blick in die einschlägigen Vergleichsportale zeigt. Ein besseres Dreisternehotel verlangte gar 9000 Franken.

Damit scheint sich zumindest bei gewissen Adressen in Davos – trotz Kritik von höchster Ebene – nichts an der Preistreiberei geändert zu haben. Vor zwei Jahren hatten der Davoser Landammann Tarzisius Caviezel, Bundesrätin Doris Leuthard und WEF-Gründer Klaus Schwab ihr Missfallen über die Entwicklung öffentlich gemacht. Ob eines schlechten Images besorgt, gelobte die Stadt Besserung.

24-Stunden-Service und Edel-Beef

Und heute? Auf Anfrage unserer Zeitung wollte Landammann Caviezel keine Stellung nehmen und verwies ans Tourismusbüro. Dort wehrte sich Direktor Reto Branschi dagegen, alle Häuser über den gleichen Leisten schlagen zu wollen: «95 Prozent der Hotels haben einen Vertrag mit dem WEF und die dürfen 20 Prozent höhere Preise als der höchstpublizierte Preis in der Saison verlangen.» Dieser Aufschlag sei dadurch gerechtfertigt, weil die Betriebe während des WEF einen 24-Stunden-Service einrichten würden – keinen Einfluss hätte man bei der Vermietung von Privatwohnungen. Ferner hätten aber auch Restaurants Öffnungszeiten und Menukarten und damit natürlich auch die Preise angepasst. «Kein Rindfleisch-Burger, sondern eben Wagyu-Fleisch», sagt Branschi. Ein Dorn im Auge des Tourismusdirektors ist allerdings die Tatsache, dass Geschäftslokale an der Promenade heute ausschliesslich für die WEF-Woche vermietet werden. Für die Eigentümer sei dies mittlerweile lukrativer geworden als eine Vermietung während des ganzen Jahres.

Und was war mit der Internetofferte für 9000 Franken pro Nacht? «Dabei handelt es sich um Zimmer, welche storniert wurden und auch vom WEF nicht mehr benötigt werden. Damit kommen diese Hotelzimmer zum Verkauf. Natürlich versucht man damit einen besseren Preis zu erzielen», erklärt Branschi.

Wir machten die Probe aufs Exempel. Auf die Nachfrage im entsprechenden Hotel kam prompt die Gegenfrage des Rezeptionisten, was denn das Budget sei. Und siehe da – das 9000-Franken-Zimmer gab es für 200 Franken. Nachfrage und Angebot und ein bisschen Verhandeln machten es möglich. Wir haben dennoch dankend abgelehnt.

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