Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Debatte auf Twitter: Ethos-Präsident Rechsteiner auf Atom-Abwegen

Ex-SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner hantiert mit hochspekulativen Sterbezahlen.
Beat Schmid
Der ehemalige Basler SP-Politiker Rudolf Rechsteiner ist seit Juni 2018 Präsident der Genfer Anlagestiftung Ethos. (Bild: Severin Bigler)

Der ehemalige Basler SP-Politiker Rudolf Rechsteiner ist seit Juni 2018 Präsident der Genfer Anlagestiftung Ethos. (Bild: Severin Bigler)

Der Basler SP-Politiker Rudolf Rechsteiner ist ein ebenso glühender Verfechter erneuerbarer Energien, wie er die Atom-Energie kritisiert. Jetzt hat der Präsident der Genfer Anlagestiftung Ethos vermutlich über das Ziel hinausgeschossen.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter reagierte Rechsteiner auf einen Beitrag des britischen Forschers Michael Liebreich. Deser sagt: Um den Klimawandel zu bekämpfen, solle man Atomenergie nicht ausser Acht lassen. Rechsteiner antworte ihm auf Twitter, dass man die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen sollte. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl habe «über eine Million» Menschenleben gefordert.

Damit eskalierte der Streit auf Twitter. Das sei mit Abstand die hanebüchenste Antwort, die er auf seinen Artikel erhalten habe. Es sei vielmehr die Atomhysterie von Leuten wie Rechsteiner, die Leben koste und den Klimawandel verschlimmere.

Grosse Differenz bei den Todeszahlen

Liebreich stützt sich auf offizielle Angaben der Weltgesundheitsorganisation und der Atomenergiebehörde IAEA, welche die Zahl der Toten mit 4000 beziffern. Diese Studien werden von atomkritischen Kreisen angezweifelt. Greenpeace kommt auf 93 000 Krebstote. Die kritische Ärzteorganisation IPPNW rechnet bis 2056 mit 240 000 zusätzlichen Krebsfällen.

Rechsteiner sagt auf Anfrage, dass Ärzte in Russland viel höhere Opferzahlen nennen als die internationalen Organisationen, die von der IAEA «einen Maulkorb erteilt bekommen haben». Angesichts der «geschätzten 800 000 Soldaten, die als Liquidatoren von Tschernobyl eingesetzt wurden, erscheinen mir diese Zahlen nicht unplausibel». Niemand habe das Recht, die «authentischen Untersuchungen und Aussagen» aus der Ukraine und aus Weissrussland einfach zu ignorieren.

Was wohl die ETH und die Ethos-Stiftung zu diesen Fake News zu sagen haben?, fragte Liebreich auf Twitter rhetorisch. Er spielt damit auf Rechsteiners Amt als Präsident der Nachhaltigkeitsstiftung Ethos an und seine Tätigkeit als ETH-Dozent an. «Ethos und ihre Fonds haben der Kernenergie schon vor Jahren eine Absage erteilt und dabei wird es bleiben, auch unter meinem Präsidium», sagt Rechsteiner.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.