Nach Weggang von Stadler: Dem Industriepark Altenrhein wird neues Leben eingehaucht

Die Züglete des Schienenfahrzeugbauers Stadlers nach St.Margrethen hinterlässt in Altenrhein eine beachtliche Lücke. Mit ersten Firmen als Nachmieter ist man sich so gut wie handelseinig. Die Vermarktung nimmt Fahrt auf.

Thomas Griesser Kym
Drucken
Teilen
Stadler verlegt bald den Grossteil seiner Produktion von Altenrhein nach St.Margrethen. Das hinterlässt am Standort am See eine Lücke, für die nun Nachmieter gesucht werden. (Bild: Benjamin Manser)

Stadler verlegt bald den Grossteil seiner Produktion von Altenrhein nach St.Margrethen. Das hinterlässt am Standort am See eine Lücke, für die nun Nachmieter gesucht werden. (Bild: Benjamin Manser)

58'000 Quadratmeter Mietfläche umfasst der Industriepark Altenrhein. Davon werden, wenn alles termingerecht klappt, kommenden Frühling 35'000 Quadratmeter frei. Das entspricht der Grösse von fünf Fussballfeldern. Frei wird diese Fläche, von der 25'000 Quadratmeter zusammenhängend sind, weil der Schienenfahrzeugbauer Stadler als Hauptmieter im Industriepark den Löwenanteil seiner Produktion in ein neues Werk nach St. Margrethen zügelt, das noch im Bau ist.

Für die Swisscanto als Eigentümerin des Areals geht es darum, die Flächen, die nach Stadlers Auszug und ihrer Instandsetzung laut Plan ab Ende April 2021 neu bezogen werden können, Nachmieter zu finden. Die Vermarktung hat vor einem Monat begonnen, und der Industriepark Altenrhein firmiert neu unter der Marke «Werkplatz Altenrhein».

Erste Vertragsabschlüsse zeichnen sich ab

Betraut mit der Vermarktung der Flächen und der Suche neuer Mieter ist die Cristuzzi Immobilien-Treuhand AG. Mitinhaber und Projektleiter Daniel Romer spricht von zahlreichen Firmen, die potenziell Interesse zeigen an Flächen, teils auch schon bevor Stadlers Züglete bekannt wurde. Mit zwei Industriebetrieben sind Verhandlungen bereits weit fortgeschritten.

Mit der einen Firma bestehe eine Reservierung für 2500 Quadratmeter, und man sei nun daran, den Vorvertrag auszuarbeiten. Die andere Firma sei sehr interessiert an 1800 Quadratmetern. Wie Romer sagt, stammen beide Unternehmen aus der Region. Das eine wolle sich auf dem Areal des «Werkplatzes Altenrhein» vergrössern, das andere wolle hierher zügeln. Im Endeffekt geht Romer davon aus, dass «10 bis 15 Firmen als neue Mieter realistisch sind».

Wo Industrie auf Technologie trifft

In einer ersten Welle will man grössere Flächen losschlagen, in einer späteren Phase kleinere. Je grösser die einzelnen Flächen und je geringer die Anzahl neuer Firmen, desto weniger muss man vor allem die zusammenhängende Stadler-Fläche von 25'000 Quadratmetern unterteilen. Klar definiert sind auch die Zielgruppen: produzierende Industriebetriebe, Technologiefirmen, Gewerbler und Logistiker.

Bisher haben die Vermarkter hauptsächlich mit Inseraten und der neuen Website gearbeitet. In einem nächsten Schritt werden die Zielgruppen mit adäquaten Unterlagen direkt angegangen. Romer zeigt sich ebenso wie Bauherrenberaterin Barbara Springer von der Helbling Beratung + Bauplanung AG überzeugt, praktisch alle frei werdenden Fläche vermieten zu können. «Bis zum Einzug der Neumieter dauert es ja auch noch eine Weile», sagt Springer. Und Romer sagt: «Am Schluss bleiben vielleicht ein paar Kleinflächen übrig.»

Die Lage als ein Trumpf

Areal-Manager Patrick Weibel hebt im jüngsten Newsletter des «Werkplatzes Altenrhein» dessen «hervorragende geogra­fische Lage» hervor. Dies einerseits im Vierländereck Schweiz, Deutschland, Liechtenstein und Österreich und andererseits unmittelbar am Regionalflughafen St. Gallen-Altenrhein. Damit sei das Areal «sehr gut erreichbar». Zudem sei die Region gut an nationale und internationale Beschaffungsmärkte angebunden, und Fachkräfte seien verfügbar, ergänzt Romer.

Unterstützt wird die Vermarktung von der Standortförderung des Kantons St. Gallen. Deren Leiter Daniel Müller schreibt dem Standort Altenrhein «ein grosses Potenzial» zu: «Hier überschneidet sich die Industrietradition des Rheintals mit den im Raum St. Gallen gebündelten ICT-Kompetenzen. Daher stehen an diesem Standort die Chancen gut für den Sprung ins Zeitalter der Industrie 4.0.»

Industriepark Altenrhein sucht Nachmieter für Stadler

Wenn der Schienenfahrzeugbauer bis 2020 nach St. Margrethen zügelt, werden am Standort Altenrhein grosse Flächen für Industrie und Gewerbe zur Miete frei. Kommenden Frühling startet die Vermarktung.
Thomas Griesser Kym