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Denkfabrik für die KMU

Das Forschungs- und Technologieunternehmen CSEM wirkte bei zahlreichen klugen Produkten von Schweizer Unternehmen mit. Von Alpnach aus arbeitet es auch mit Zentralschweizer Firmen zusammen.
Rainer Rickenbach
Mit dem Transfer von Spitzentechnologien möchte CSEM einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen leisten: Blick ins Forschungslabor der Aussenstelle in Alpnach.Bild: Corinne Glanzmann (20. Juni 2018)

Mit dem Transfer von Spitzentechnologien möchte CSEM einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen leisten: Blick ins Forschungslabor der Aussenstelle in Alpnach.Bild: Corinne Glanzmann (20. Juni 2018)

Zum Beispiel das automatische und drahtlose Reifendruckmesssystem für Verkehrsflugzeuge der Freiburger Firma Meggitt, mit dem beim Zwischenhalt die zeitlich aufwendigen manuellen Kontrollen entfallen. Oder ein neuartiges Miniatur-Armband, das die fruchtbarsten Tage einer Frau ermittelt und wofür die Herstellerfirma Ava 2017 als bestes Schweizer Start-up ausgezeichnet worden ist. Sie haben eines gemeinsam: Bei der Entwicklung ihrer Produktneuheiten stellten die Firmen auf die Unterstützung des Forschungs- und Technologieunternehmens CSEM ab.

«Sagt uns ein Kunde, dass er dank der Zusammenarbeit mit uns internationale Ambitionen hegen kann, ist das für uns die schönste Anerkennung», sagt Mario El-Khoury, CEO von CSEM. Auf diesem Weg ist auch die Basler Firma Hinni, die mit Digitaltechnologie herkömmliche Hydranten in ein vernetztes Überwachungssystem einbindet, mit dem sich Lecks in den Wassernetzen frühzeitig orten lassen.

Forschung und Entwicklung für KMU

Das von der öffentlichen Hand unterstützte CSEM versteht sich als Innovationsbeschleuniger. Es hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem Transfer von Spitzentechnologien einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen zu leisten. Die 450 Mitarbeitenden – die meisten von ihnen Ingenieure – betreuen pro Jahr rund 400 Projekte. Etwa die Hälfte ihrer Auftraggeber sind KMU (siehe Grafik). Der Rest teilt sich in mittelgrosse und grosse Unternehmen sowie Akademien auf. Der Hauptsitz von CSEM befindet sich in Neuenburg, ihre grösste Aussenstelle ist in Alpnach. Weitere Standorte finden sich in Zürich, Muttenz und Landquart.

«Im vergangenen Jahr arbeiteten wir an 80 Projekten», sagt Helmut Knapp, Leiter des Standorts Alpnach. Die 40 Mitarbeitenden in Obwalden beschäftigen sich vor allem mit Robotertechnik und intelligenter Automation, Prozessüberwachung und Sensorintegration. Zu den Kunden zählt etwa die Luzerner Elektronikfirma Schurter. Knapp: «Mit ihr zusammen entwickelten wir ein neues Konzept zur Überwachung von Sicherungen, das mit einem Bruchteil der Energie auskommt, was die herkömmlichen Lämpchen benötigen.»

Weitere bekannte Partnerunternehmen von CSEM in der Region sind Maxon Motor, Dätwyler, Komax, Schindler, Roche oder Axetris von der Leister-Gruppe. Einige der Unternehmen sind im Mikrotechnologie-Verbund MCCS zusammen­geschlossen und hatten wesentlichen Anteil daran, dass CSEM vor 18 Jahren seinen Standort in der Innerschweiz eröffnete. Die Zentralschweizer Kantone unterstützen das Forschungs- und Technologieunternehmen von Alpnach im Jahr mit rund 1,7 Millionen Franken.

«Bei grossen Unternehmen mit eigenen Abteilungen für Forschung und Entwicklung steuern wir oft ein Puzzleteil für ihr Gesamtprojekt bei. Kleinere Unternehmen übertragen uns in der Regel die ganze Forschungs- und Entwicklungsarbeit», so Knapp. Gezielt an KMU mit bis zu 250 Mitarbeitenden richtet sich das Projekt «Digitale Reise», das CSEM dieses Jahr lanciert. Die Firmen haben Gelegenheit, bis zum 10. September Ideen für Digitalprodukte oder -prozesse einzureichen. Der Sieger mit der besten Idee wird von CSEM bei der zur Umsetzung notwendigen Forschung und Entwicklung unterstützt. Der Support erreicht den Gegenwert von 100000 Franken. Eine unabhängige Jury entscheidet im Herbst, welcher Vorschlag in den Genuss des Supportes kommt.

Hilfe bei Digitalisierung für Unternehmen

Hintergrund des Wettbewerbes bildet der Auftrag des Bundes, KMU auch bei digitalen Projekten, künstlicher Intelligenz und Industrie 4.0 zur Seite zu stehen. «Die Digitalisierung stellt für diese Unternehmen eine besondere Herausforderung dar, da sie nicht unbedingt über das notwendige Know-how verfügen, um gewinnbringend einzusteigen», sagt CEO El-Khoury.

Für diese Hilfestellung erhöhte der Bund seinen Beitrag vor zwei Jahren auf 25 Millionen Franken, neun Kantone steuern weitere 10 Millionen Franken bei. Gut 25 Millionen Franken stammen von den Unternehmen, mit denen CSEM zusammenarbeitet, und 19 Millionen aus öffentlichen Projekten (EU-Forschungsprojekte und Innosuisse, einer Agentur für Innovationsförderung des Bundes). In Alpnach beziffert sich das Budget auf 8 Millionen Franken. 3,3 Millionen davon stammen von Bund und Kantonen, 1,2 Millionen von EU-Forschungsprojekten und 3,5 Millionen von Vorhaben mit Unternehmen (direkt oder über Innosuisse). Gemäss KOF-Umfrage sind die Unternehmenskunden zufrieden mit dem Angebot, denn jeder zweite hat nach der Zusammenarbeit mit CSEM Produktinnovationen angegangen.

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