Kommentar
Der Credit Suisse fehlen finanzielle Polster für die Herausforderungen der Zukunft

Die Einsparungen aus dem Stellen- und Leistungsabbau der Credit Suisse sollen unter anderem in Technologie reinvestiert werden. Die CS und andere traditionelle Banken werden es aber zukünftig schwer haben.

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Roman Schenkel.

Roman Schenkel.

CH Media

Neuer Chef, neues Sparprogramm. Bei der Credit Suisse geht auch unter dem Nachfolger von Tidjane Thiam das Sparen weiter. Thomas Gottstein nimmt sich zuerst das Schweiz-Geschäft vor – die Sparte, die er bis vor Kurzem direkt geleitet hatte. Die Grossbank schliesst hierzulande 37 Filialen und baut bis zu 500 Stellen ab. Besonders hart trifft es den Aargau: Die Neue Aargauer Bank wird 26 Jahre nach ihrer Übernahme voll integriert.

Ziel des Umbaus ist es, das Breitengeschäft mit den Privatkunden auszubauen und effizienter zu machen. Ein Grossteil der Einsparungen im Umfang von 100 Millionen Franken sollen hierzulande reinvestiert werden: in bessere Technologie, in Marketing, in neue Berater. Diese sollen sich vornehmlich um komplexere Kundengeschäfte kümmern, nicht ums Standardgeschäft. Ob damit die bisherigen Kunden gehalten oder gar neue hinzugewonnen werden können?

Dass die CS die Einsparungen aus dem Leistungsabbau wieder investieren will, um diesen zu kompensieren, ist grundsätzlich ein gutes Signal. Allerdings zeigt es, dass ihr die finanziellen Polster fehlen, um die Herausforderung der Zukunft aus einer Position der Stärke in Angriff zu nehmen. Und diese wird nicht einfacher: Smartphonebanken wie Revolut & Co. sind schon da, wo die CS hin will. Deren Geschäftsmodell ist simpel: keine Filialen, alles digital, tiefe Gebühren. Ohne überzeugende Antwort werden es die CS und alle anderen traditionellen Banken schwer haben.