Expansion
Der Detailhändler Volg erobert die Westschweiz

Im letzten Jahr hat der Winterthurer Detailhändler jenseits des Röstigrabens elf Volg-Läden eröffnet. Neun im Wallis und zwei im Rest der Romandie. Der Expansionshunger ist damit aber nicht gestillt: «2013 sollen zehn bis zwölf Läden dazukommen», sagt Volg-CEO Ferdinand Hirsig der «Nordwestschweiz».

Thomas Schlittler
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Frisch und sympathisch – Volg in der Westschweiz.

Frisch und sympathisch – Volg in der Westschweiz.

HO

Wo die neuen Volg-Läden entstehen werden, kann Hirsig noch nicht sagen: «Das hängt einerseits davon ab, ob es freie Räumlichkeiten für Volg-Filialen gibt, und andererseits entscheiden darüber die Verhandlungen mit bestehenden Händlern.» Volg versucht, diese davon zu überzeugen, sich in Zukunft von ihnen beliefern zu lassen oder sich gar komplett in einen Volg-Laden zu verwandeln. Die Volg-Läden werden entweder im Franchising-System geführt – das heisst, die Händler wirtschaften auf eigene Rechnung, dürfen aber gegen eine Gebühr den einheitlichen Volg-Auftritt nach aussen übernehmen. Oder sie werden als Volg-Filiale direkt geführt.

Neben den eigentlichen Volg-Läden beliefert die Volg-Gruppe in der Westschweiz bereits seit längerer Zeit rund 70 Visavis-, 30 Mini-Marché- und sechs Top-Shop-Läden. Bis in drei bis vier Jahren soll die Anzahl belieferter Läden verdoppelt werden. «Volg-Läden sind für uns aber wirtschaftlich attraktiver, weil diese ausschliesslich unsere Produkte verkaufen», so Hirsig.

Abwerben gestaltet sich schwierig

Im Kampf um die Gunst der kleinen Händler muss sich Volg gegen den Westschweizer Grossisten Distribution Suisse behaupten. Diesem sind die Detaillisten Pam und Proxi angeschlossen. «Obwohl viele Händler mit Distribution Suisse nicht zufrieden sind, ist es schwierig, diese zu einem Übertritt zu bewegen», sagt Hirsig. Das habe man aber erwartet: «Bei unserem Engagement geht es auch darum, in der Westschweiz vor Ort zu sein, falls Distribution Suisse einmal wegfallen sollte», so Hirsig. Distribution Suisse wachse nicht und könne dadurch bald einmal eine «kritische Grösse» erreichen. Ursprünglich wollte Volg mit Distribution zusammenarbeiten. Da aber keine gemeinsame Vereinbarung zustande kam, trieb Volg die Westexpansion auf eigene Faust voran.

Die Offensive in der frankofonen Schweiz erfordert von Volg Anpassungsfähigkeit: Rund 15 Prozent des Sortiments müssten im Wallis und der Romandie angepasst werden. Vor allem bei Fleisch, Käse und Wein hätten die Westschweizer andere Vorlieben: «Ein Hallauer Wein verkauft sich auf der anderen Seite des Röstigrabens beispielsweise nicht», sagt Hirsig. Zudem mussten auch Kassen- und Bestellsysteme sprachlich angepasst und mit den deutschsprachigen Systemen abgestimmt werden. Am Volg-Hauptsitz in Winterthur nehmen derweil rund 70 Mitarbeiter freiwillig Französisch-Unterricht. «Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, eine Stunde pro Woche während der Arbeitszeit an seinem Französisch zu feilen», so Hirsig.