Swiss

Der Erfolg macht die Swiss forsch – die Airline stellt nun Forderungen

Die Swiss strotzt vor Selbstbewusstsein, genauso wie ihr Chef: Harry Hohmeister. Er stellt nun Forderungen.

Sabina Sturzenegger
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Harry Hohmeister, der gross gewachsene, sympathische Deutsche strahlt das gleiche Selbstvertrauen aus, das zurzeit auch die Airline beflügelt. Trotz Vulkanasche und Wirtschaftskrise hat die Airline bis anhin in diesem Jahr mehr als doppelt so viel verdient wie im gleichen Zeitraum 2009: 232 Millionen Franken.

Doch gestern wollte der Swiss-Chef weniger über Geschäftszahlen reden als über die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Als Airline von europäischer Bedeutung «mit normalen Wachstumsraten» wolle man die Flotte weiterentwickeln, den Service verbessern und den wachsenden Markt in Asien bespielen. Man stelle jetzt aber auch Forderungen.

Um diesen Gewicht zu geben, liess sich Hohmeister gestern vom frisch gewählten Swiss-Präsidenten Bruno Gehrig und von Rainer Hiltebrand, Chef Fluggeschäft, begleiten. Gehrig, vor knapp einer Woche ins Amt gewählt, gilt als bestens vernetzt in der Politik (siehe Interview rechts). Hiltebrand seinerseits machte klar, was die Swiss jetzt will:

Eine Änderung der «minimalen Öffnungszeiten» am Flughafen Zürich. Bis anhin konnte die Swiss die europaweit einzigartige Nachtsperre (von 23.30 bis 6 Uhr) bis auf eine Ausnahme einhalten. Doch Hiltebrand warnte: «Im Winter kann es mit den Enteisungen zu Verspätungen kommen.» Für die Langstreckenflüge, die kurz vor 23 Uhr starten, wird es knapp. Wenn diese gestrichen werden müssen, stecken am Flughafen mehr als 1000 Passagiere fest.

Mehr Kapazitäten, als der Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) vorsieht. Auch mit den drei vorgeschlagenen Ausbauvarianten fehlen 2020 laut Hiltebrand 31 Prozent der benötigten Kapazität am einzigen Hub der Schweiz. Mittelfristig fordert die Swiss deshalb die Verlängerung der Pisten 28 und 32. Zudem will die Airline die Planung von zwei parallelen Pisten bereits jetzt an die Hand nehmen.