Investitionen

Der Grossmetzger Bell spürt starke Fleischlust

Der grösste Schweizer Fleischverarbeiter Bell erweitert hier seine Produktionsbasis erneut. Rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt Bell mit Hauptaktionärin Coop.

Ruedi Mäder
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Marktleader Bell baut seine Bastion weiter aus: Frischfleisch-Chef Josef Dähler erwartet für das ganze laufende Jahr einen Anstieg der Schlachtmenge zwischen vier und fünf Prozent - dies bei einem auf drei Prozent geschätzten Marktwachstum.

In Oensingen betreibt Bell seit 2006 einen hochrationellen Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb, ausgerichtet auf Rinder, Kühe und Kälber. Runde 100 Millionen Franken liess sich die Basler Bell-Gruppe diesen Neubau am Jurasüdfuss kosten - und stiess schon bald wieder an Kapazitätsgrenzen.

Im laufenden Jahr wurde für weitere gut 20 Millionen Franken angebaut. Betriebsstart ist nächsten Montag. In diesen Tagen wird die Wärme in den neuen Produktionshallen auf die künftige Arbeitstemperatur von 7 bis 8 Grad gesenkt, erläuterte Bell-Manager Dähler gestern auf einem Rundgang. Er versicherte, die Bodenheizung werde dafür sorgen, dass (auch) in diesem Arbeitsbereich niemand werde frieren müssen.

Täglich bis zu 180 Schlacht-Tonnen

Rund 600 Personen arbeiten im Bell-Betrieb Oensingen. Geschlachtet wird an fünf Tagen pro Woche, in Spitzenphasen bis zu 800 Tiere pro Tag. Das reine Zerlegevolumen beträgt bis zu 180 Tonnen täglich. Am eindrücklichsten geht es aus Besuchersicht in der Zerlegerei zu und her. Von den rund 120 Beschäftigten arbeiten 100 betriebsfremde auf Akkordbasis. Bell-Manager Dähler vergleicht die Truppe mit «Spitzensportlern». Das zerlegte Fleisch wird bis zu vier Wochen gelagert, danach gerüstet und schliesslich filialkommissioniert.

Rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt Bell mit Hauptaktionärin Coop. Zu den grösseren Gastro-Kunden gehört McDonald's: In Oensingen werden pro Woche bis 80 Tonnen Hamburger-Rondellen für den Fastfood-Riesen hergestellt.

Auf die Frage nach der grössten Herausforderung nennt Bell-Mann Josef Dähler das Szenario eines Agrarfreihandels. Praktisch an allen Schweizer Standorten sei man regelmässig am Investieren. Man hofft, im kommenden Jahr in Niederbipp mit dem Bau eines Veredelungsbetriebs für Schweinefleisch starten zu können; gut 60 Millionen Franken sind hierfür vorgesehen.