Novartis
Der Mann, der Vasella die 72 Millionen Franken zuschanzte

Er heisst Ulrich Lehner, ist 66 Jahre alt und sitzt seit 2002 im Verwaltungsrat. Der deutsche Ingenieur ist jener Mann, der mit Daniel Vasella dessen Millionen-Geschenk in der Höhe von 72 Millionen Franken verhandelt hat.

Rüdi Steiner
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Ulrich Lehner hat mit Vasella den Vertrag ausgehandelt.

Ulrich Lehner hat mit Vasella den Vertrag ausgehandelt.

Keystone

53 Millionen Dollar sollte Daniel Vasella enthalten, sofern er Novartis frühzeitig verlassen müsste. 132 Millionen Dollar gar, wenn Novartis verkauft würde. Das hatte «Super-Dan» mit der Verwaltungsrat 2006 so ausgehandelt. Diese Regelung war allerdings befristet. Sie galt nur bis 2009.

Da trat im Jahr 2007 Ulrich Lehner auf den Plan. Der heute 66-jährige Igenieur, Lead Director des Verwaltungsrates, wurde vom Gremium beauftragt, mit dem Novartis-Cheflenker eine neue Vereinbarung auszuhandeln.

Bei eigenen Lohn verliess Vasella den Raum

2009 war es soweit. Was Lehner mit Vasella ausgehandelt hatte, das sollten die Aktionäre und die Öffentlichkeit erst vor einer paar Tagen erfahren. Aus einer Abgangsentschädigung, die 2009 noch auf 57 Millionen erhöht worden war, wurde nun eine Konkurrenzverbotsklausel im Wert von bis zu 72 Millionen Franken.

Lehner, ehemaliger Chef des deutschen Henkel-Konzerns, rechtfertigte an der GV das Vorgehen: «Ein Konkurrenzverbot über sechs Jahre, also bis über das Pensionsalter des 59-Jährigen hinaus, kommt einem Berufsverbot gleich und muss entsprechend vergütet werden».

Lehner war allerdings nicht der einige Verantwortliche. Sein Verhandlungsergebnis musste vom Vergütungsausschuss abgesegnet werden. Er besteht aus fünf Mitgliedern. Pikant daran: Auch Vasella nimmt gemäss Geschäftsbericht an den Sitzungen des Komitees teil, allerdings ohne dass er zum Stimmen befugt wäre.

Von diesem «Gastrecht» hat der Präsident seit 2010 Gebrauch gemacht, wie die «Neuer Zürcher Zeitung» schreibt. Wenn es ums eigene Salär ging, ging Vasella jeweils aus Raum.