Migros
Der Migros-Chef erhält keinen Bonus - wie immer

Im vergangenen Jahr verdiente Migros-Chef Herbert Bolliger 930 000 Franken. Damit bleibt er auch im vorletzten Jahr seines Wirkens unter der Million. Auch einen Bonus erhält er nicht. Damit bildet er eine Ausnahme unter den Spitzenmanagern der Schweizer Wirtschaft.

Andreas Schaffner
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Herbert Bolliger importiert mehr Billig-Produkte: «Wenn wir alles in der Schweiz machen, dann sterben wir.» Foto: Sandra Ardizzone

Herbert Bolliger importiert mehr Billig-Produkte: «Wenn wir alles in der Schweiz machen, dann sterben wir.» Foto: Sandra Ardizzone

Schweiz am Wochenende

Herbert Bolliger geht Ende 2017 nach 13 Jahren an der Migros-Spitze in Pension. Sein Nachfolger Fabrice Zumbrunnen übernimmt den Chefsessel Anfang 2018. Dies wurde Mitte März bekannt.

Heute veröffentlichte die Migros ihre Geschäftszahlen für das letzte Jahr. Sie zeigen, dass der Reingewinn des «Orangen Riesen» um 16,2 Prozent auf 663 Millionen Franken geschrumpft ist. Grund für den Rückgang seien Wertberichtigungen bei Tochtergesellschaften. Der Umsatz legte indes um 1,2 Prozent auf 27,7 Milliarden Franken zu.

Der Migros-Geschäftsbericht zeigt auch, wieviel die Migros-Spitze letztes Jahr verdiente: Die sieben Mitglieder der Generaldirektion des Migros Genossenschaftsbundes haben im Jahr 2016 insgesamt 5,427 Millionen erhalten. 2015 waren es 5,376 Millionen. Herbert Bolligers Lohn als Präsident der Generaldirektion betrug 930 000 Franken. Im letzten Jahr waren es noch 924 000 Franken.

Damit bleibt Bolliger unter der Millionen-Grenze. Deshalb wurde der Migros-Chef auch schon «M-Budget-Bolliger» genannt. Der «Weltwoche» sagte er in einem Interview, dass er es auch für die Hälfte machen würde. Kein Vergleich zu den Kadermitgliedern vieler börsenkotierten Gesellschaften. Ein weiterer Unterschied zu anderen Firmen ist auch, dass die Migros ihren Managern keine Boni bezahlt. «Das bonusfreie Entschädigungs- und Salärsystem zählt zu den Grundwerten von Migros und unterstützt die langfristige Unternehmensentwicklung», schreibt die Migros in ihrem Geschäftsbericht. Und weiter: «Die Mitglieder der Verwaltung und der Generaldirektion beziehen für ihre Tätigkeiten bei Migros keine Bonifikationen oder Erfolgsbeteiligungen.» Ihnen stehen auch keine vertraglich geregelten Abgangsentschädigungen zu. Auch die Spesenpauschale ist im Lohn inbegriffen. Immerhin: Den Mitgliedern der Generaldirektion wird ein Geschäftsauto zur Verfügung gestellt.